29 March 2026, 10:28

NDR feuert Julia Ruhs nach umstrittenem "Klar"-Format und AfD-Debatte

Schwarze und weiße Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939, betitelt 'Weitpreubliche Zeitung', zeigt eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Atmosphäre.

NDR feuert Julia Ruhs nach umstrittenem "Klar"-Format und AfD-Debatte

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat die Moderatorin Julia Ruhs als alleinige Gastgeberin seines Reportagemagazins "Klar" abberufen. Die Entscheidung folgt auf eine umstrittene Einlage in der ZDF-"heute show" und interne Debatten über die Ausrichtung der Sendung. Ruhs, die sich selbst als konservativ-bürgerlich einordnet, wird sich künftig auf ihre Tätigkeit beim Bayerischen Rundfunk (BR) konzentrieren.

Für den NDR hatte Ruhs drei Folgen von "Klar" moderiert, die allesamt von der Redaktion abgesegnet worden waren. Ein namentlich nicht genannter NDR-Redakteur räumte später jedoch ein, der Sender habe ursprünglich eine Sendung mit "etwas rechtem Rand" schaffen wollen, um Wähler der AfD anzusprechen. Das Ergebnis sei aber "zu rechts" geraten – was schließlich zu Ruhs' Absetzung führte.

Die Entscheidung löste Kritik aus der Öffentlichkeit aus. Der Comedian Oliver Welke, Moderator der ZDF-"heute show", warf dem NDR vor, Ruhs hätte gehalten werden müssen, und sagte: "Wir müssen alle mehr aushalten können." Auch die Komikerin Idil Baydar, bekannt als Jilet Ayse, verteidigte Ruhs in der Sendung und nannte die Situation "etwas gemein, aber sehr lustig".

Ruhs reagierte auf X (ehemals Twitter) und erkannte zwar die Satire an, stand aber zu ihrer Arbeit. Sie hat sich als konservativ-bürgerliche Stimme profiliert, etwa mit ihrem Buch "Links-grüne Meinungsmacht", in dem sie den Einfluss linker und grüner Medien kritisiert. Auftritte wie eine von der CSU Bad Tölz organisierte Veranstaltung unterstrichen zusätzlich ihre politische Positionierung.

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Der NDR wird Ruhs für künftige "Klar"-Folgen durch Tanit Koch ersetzen, während Ruhs die Sendung weiterhin für den BR präsentiert. Die Entscheidung hat die Diskussion über die politische Ausgewogenheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk neu entfacht. Einige werfen dem NDR vor, sich Druck beugt zu haben, statt die redaktionelle Unabhängigkeit zu verteidigen.

Der Streit endet damit, dass Ruhs "Klar" nur noch für den BR moderiert, während der NDR mit einer neuen Gastgeberin weitermacht. Der Fall zeigt die Spannungen zwischen redaktioneller Freiheit und politischer Wahrnehmung in den deutschen öffentlich-rechtlichen Medien auf. Ruhs, die innerhalb von nur drei Jahren vom BR-Volontariat zur Moderatorin aufstieg, schlägt nach der Trennung nun einen neuen Weg ein.

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