Münster zeigt seltene Wallfahrtsfotos und kolonialkritische Ausstellung im Oktober
Hiltrud BolnbachMünster zeigt seltene Wallfahrtsfotos und kolonialkritische Ausstellung im Oktober
Städtisches Museum Münster zeigt im Oktober zwei besondere Ausstellungen
Im Oktober präsentiert das Städtische Museum Münster zwei ganz unterschiedliche Ausstellungen: Eine zeigt seltene Fotografien einer historischen Wallfahrt, die andere beleuchtet die Verbindungen der Stadt zum deutschen Kolonialismus. Beide Veranstaltungen bieten Führungen, Bildungsangebote und Einblicke in die lokale Geschichte.
Zudem erinnert ein neu ausgestelltes Foto an einen Ballonwettbewerb aus dem Jahr 1961 – den ersten seiner Art in der Region.
Die Ausstellung „Pan Walther (1921–1987) – Sara-la-Kâli. Die Wallfahrt in Saintes-Maries-de-la-Mer“ endet am 12. Oktober. Walters Schwarz-Weiß-Aufnahmen dokumentieren die jährliche Roma-Wallfahrt im südfranzösischen Saintes-Maries-de-la-Mer, bevor der Massentourismus sie veränderte. Seine Bilder bewahren den ursprünglichen Geist des Ereignisses und bieten ein seltenes visuelles Zeugnis von Traditionen, die heute der Vergangenheit angehören.
Parallel dazu widmet sich der „Themenraum Kolonialismus“ den Bezügen Münsters zur deutschen Kolonialgeschichte. Zwischen 1884 und 1918 erstreckten sich deutsche Kolonien über Afrika, den Pazifik und Teile Chinas. Viele Münsteraner profitierten in dieser Zeit von der Ausbeutung. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit 15 lokalen Einrichtungen, darunter die Universität Münster und das Städtische Museum. Am 8. und 9. Oktober finden für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen Studientage zum Thema statt, mit Gruppenarbeit nach vorheriger Anmeldung per Telefon oder E-Mail.
Eine öffentliche Führung durch die Kolonialismus-Ausstellung findet am 11. Oktober um 16 Uhr statt. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt drei Euro.
Neben diesen Ausstellungen lenkt ein großformatiges Foto im Museum die Aufmerksamkeit auf ein historisches Ereignis vom 8. Oktober 1961: Damals starteten zehn Freiflugballons vom Preußenstadion in Münster zum ersten Junioren-Ballonwettbewerb der Region. Ein Ballon musste wegen Löchern vorzeitig in Handorf landen, während der Sieger über die Weser flog. Das Bild ist ab dem 10. Oktober zu sehen.
Die Wallfahrtsausstellung schließt am 12. Oktober ihre Pforten und bietet Besuchern eine letzte Gelegenheit, Walters Fotografien zu betrachten. Das Kolonialismus-Projekt wird mit Führungen und Schülerworkshops fortgesetzt. Das Foto des Ballonwettbewerbs von 1961 rundet das Herbstprogramm des Museums mit einem lokalen Akzent ab.






