09 May 2026, 12:28

Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum radikalen Beziehungsexperiment

Offenes Buch mit dem Titel "Die Lieblingslieder in der Oper" mit Noten und Text.

Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum radikalen Beziehungsexperiment

Das Staatstheater Wiesbaden wagt in dieser Spielzeit einen kühnen Zugang zu Mozarts Così fan tutte. Regie führt Marie-Ève Signeyrole, die die klassische Oper in ein Echtzeit-Experiment über Beziehungen verwandelt – eines, das sowohl die Darsteller als auch das Publikum herausfordert. Mit Eintrittskarten für nur 10 Euro verspricht die Inszenierung ein immersives Erlebnis, das sich deutlich von traditionellen Aufführungen abhebt.

Schon bevor das Publikum Platz nimmt, beginnt das Spektakel. Statt dass sich der Vorhang hebt, werden die Zuschauer hinter die Kulissen gezogen, umgeben von Kostümen, verschlungenen Wegen und flüchtigen Blicken. Die übliche Grenze zwischen Bühne und Publikum löst sich von Anfang an auf.

Die Bühne selbst ist als Kunstschule gestaltet, in der das Publikum zur Studierendenschaft wird. Ihre Aufgabe: 20 junge Paare – echte Partnerschaften, keine Schauspieler – zu beobachten, die sich durch die Themen Liebe, Treue und Täuschung bewegen. Die Paare, zwischen 18 und 35 Jahre alt, wurden über einen offenen Aufruf ausgewählt, bei dem keine Bühnenerfahrung verlangt wurde. Stattdessen suchte das Team nach Mut und der Bereitschaft, sich auf Unvorhergesehenes einzulassen.

Signeyroles Konzept verlagert den Fokus weg von perfekten Darbietungen hin zu ungeschönten Emotionen. Die Paare werden auf die Probe gestellt, ihre Reaktionen entfalten sich in Echtzeit, während das Publikum zuschaut und über die eigenen Beziehungen nachdenkt. Die Regisseurin will weniger unterhalten als vielmehr zum Nachdenken anregen – und macht aus der Oper ein gemeinsames Experiment über menschliche Verbindungen.

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Trotz der günstigen Tickets wirkt der Einsatz hoch: Für 10 Euro erleben die Besucher eine ungeskriptete Erforschung von Beziehungen, bei der die Grenze zwischen Darsteller und Beobachter verschwimmt. Die Produktion ist Teil des anstehenden Spielplans und bietet eine frische Interpretation eines jahrhundertealten Werks.

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