07 June 2026, 04:26

Mönchengladbachs Wohnungsbau-Boom trotzt dem NRW-Trend mit Rekordzahlen

Bau von Wohnungen in NRW sinkt    Moenchengladbach baut mehr Wohnungen

Mönchengladbachs Wohnungsbau-Boom trotzt dem NRW-Trend mit Rekordzahlen

Mönchengladbach verzeichnet einen deutlichen Anstieg beim Wohnungsbau und setzt sich damit vom landesweiten Trend in Nordrhein-Westfalen ab. Während das Bundesland 2025 die geringste Zahl an Neubauten seit 14 Jahren meldete, fertigte die Stadt 758 Wohneinheiten – fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Verantwortliche führen den Bauboom auf eine Kombination aus strategischen Investitionen und zielgerichteter Politik zurück.

Der Erfolg der Stadt folgt auf die 2023 gestartete Wohnungsbauinitiative, die 43 Millionen Euro Eigenkapital bereitstellte, um damit Kredite und Fördermittel in Höhe des Fünffachen zu mobilisieren. Dieser Schub erfolgte zu einer Zeit, in der die Baukosten hartnäckig hoch blieben: Der Preisindex für Wohngebäude stieg Anfang 2025 erneut um 3,2 Prozent. Bundesweit machen steigende Kreditzinsen – mittlerweile zwischen drei und vier Prozent – die Finanzierung teurer und setzen Bauherren zusätzlich unter Druck.

Trotz dieser Herausforderungen liegt Mönchengladbachs Bauquote 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt und wird nur von Köln und Münster übertroffen. Das Programm „Wohnen für alle“ setzt auf bezahlbaren Wohnraum, barrierefreie Konzeptionen und die Entwicklung innerstädtischer Quartiere, wobei die WohnBau Mönchengladbach neue Projekte vorantreibt. 2024 nutzte die Stadt 274 Prozent ihres ursprünglichen Budgets für den sozialen Wohnungsbau – ein dramatischer Anstieg im Vergleich zu nur fünf Prozent im Jahr 2021.

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In ganz Nordrhein-Westfalen sieht die Lage dagegen weniger rosig aus: Die Baugenehmigungen sind seit 2020 um 27,4 Prozent zurückgegangen, und 2025 wurden nur 37.185 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang um 9,4 Prozent gegenüber 2024. Die Bauquote des Landes liegt nun bei 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner und markiert damit den tiefsten Stand seit über einem Jahrzehnt.

Mönchengladbachs Ansatz zeigt Wirkung: 2025 entstanden hier 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner – Platz drei unter den kreisfreien Städten des Landes. Oberbürgermeister Felix Heinrichs nennt konsequente Stadtplanung und entschlossenes Handeln als entscheidende Faktoren. Das Mönchengladbacher Modell steht damit in scharfem Kontrast zu den anhaltenden Problemen in der Region, wo hohe Kosten und schwierigere Finanzierungsbedingungen den Fortschritt weiter bremsen.

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