Mönchengladbach droht ein monatelanger Blackout – Behörden schlagen Alarm
Hiltrud BolnbachMönchengladbach droht ein monatelanger Blackout – Behörden schlagen Alarm
Behörden in Nordrhein-Westfalen haben gewarnt, dass Mönchengladbach aufgrund von Schwachstellen in der Infrastruktur mit einem schweren Stromausfall rechnen muss. Zwar wurde keine bestimmte Region in Deutschland offiziell als besonders gefährdet eingestuft, doch dicht besiedelte Stadtgebiete mit veralteten Systemen – wie etwa das Ruhrgebiet – gelten als besonders verwundbar. Die Energieversorger NEW und Westnetz räumen ein, die Stadt nicht vollständig vor gezielten Angriffen auf das Stromnetz schützen zu können.
Innenminister Herbert Reul betonte die Gefahr eines längerfristigen Blackouts und wies darauf hin, dass auch die Stromversorgung in Mönchengladbach nicht vor Störungen gefeit sei. Ein großflächiger Ausfall würde essenzielle Dienstleistungen lahmlegen: Haushalte blieben ohne Heizung, Herd, fließendes Wasser oder funktionierende Toiletten. Ampeln, Geldautomaten, Mobilfunknetze und selbst Züge könnten zum Stillstand kommen.
Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich auf Notfälle vorzubereiten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, Taschenlampen, Batterien, Kerzen und ein batteriebetriebenes Radio bereitzuhalten. Eine Checkliste rät zudem zu warmer Kleidung, lang haltbaren Lebensmitteln, Trinkwasser, einem Erste-Hilfe-Set und Bargeld. Haustierbesitzer sollten zusätzliche Vorräte anlegen, während aufgeladene Handys und Laptops im Ernstfall wichtige Kommunikationsmittel darstellen könnten. Bei einem Stromausfall sollten sich die Menschen in Decken einhüllen und einfache Mahlzeiten auf einem Campingkocher oder Grill im Freien zubereiten. Feuerwehrfahrzeuge mit Notstromaggregaten dienen als "Leuchtfeuer-Stationen" für Hilfesuchende oder Notrufe. Das BBK bietet unter www.bbk.bund.de einen kostenlosen Ratgeber an, der Familien bei der Vorsorge unterstützt.
Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund von Risikoanalysen, die zeigen, dass stark vernetzte Städte mit veralteter Infrastruktur – wie Hamburg, München oder das Rhein-Main-Gebiet – einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Bisher wurde jedoch keine einzelne Region als am stärksten gefährdet eingestuft.
Der Alarm unterstreicht die Notwendigkeit, dass Haushalte Vorsorge gegen mögliche Blackouts treffen. Da ein vollständiger Schutz vor Angriffen nicht garantiert werden kann, müssen sich die Einwohner Mönchengladbachs auf eigene Notfallpläne verlassen. Die Behörden betonen weiterhin, dass Vorbereitungen – von Ersatzstrom bis zu Lebensmittelvorräten – im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen können.
