Moltkedorf in Willich: Warum 1.200 Anwohner gegen das Bauprojekt kämpfen
Dimitri EigenwilligMoltkedorf in Willich: Warum 1.200 Anwohner gegen das Bauprojekt kämpfen
Pläne für ein neues Wohngebiet in Willich stoßen auf massiven Widerstand der Anwohner. Das geplante Projekt Moltkedorf soll auf einem 2,9 Hektar großen Gelände den dringenden Wohnraumbedarf der Stadt mit 200 neuen Wohneinheiten decken. Kritiker befürchten jedoch, dass das Vorhaben zu einer übermäßigen Verdichtung, Verkehrsproblemen und ökologischen Schäden führen wird.
Das Gelände, auf dem sich derzeit eine Flüchtlingsunterkunft befindet, die bis Ende des Jahres geschlossen werden soll, war ursprünglich als Freifläche und Erholungsgebiet ausgewiesen. Die erste Planung der Stadt sieht eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und viergeschossigen Wohnblocks in einer Hofbebauung vor. Der Zugang soll über die Moltkestraße erfolgen, wobei ein Einbahnstraßen-Ringsystem vorgesehen ist. Zudem wird eine Tiefgarage in Erwägung gezogen.
Anwohner äußern zahlreiche Bedenken, darunter die Dimension der Gebäude, die über die benachbarten Kleingärten hinausragen würden. Viele fürchten den Verlust eines Grünstreifens an der Moltkestraße 31–35 sowie die allgemeinen ökologischen Folgen des Projekts. Verkehrstechnische Sorgen stehen ebenfalls im Vordergrund: Kritiker warnen vor Staus, Parkplatzmangel und Hindernissen für Rettungsfahrzeuge.
Der Widerstand formiert sich rasant. Bis März 2026 hatten bereits über 1.200 Anwohner eine Petition unterzeichnet oder eine gemeinsame Erklärung gegen das Projekt unterstützt. Zu den Protesten zählen Bürgerversammlungen, Demonstrationen und eine Social-Media-Kampagne unter dem Hashtag #NeinZuMoltkedorf. Die gemeinsame Erklärung, die bereits von über 70 Unterschriften getragen wird, listet die Einwände gegen die aktuelle Planung auf – weitere Unterstützung wird erwartet.
Die städtischen Pläne beinhalten zwar einige ökologische Maßnahmen, wie Rad- und Fußwege, die die Krusestraße mit An Liffersmühle verbinden sollen, sowie Grünflächen zur Förderung eines gesunden Wohnumfelds und der Klimaresilienz. Doch diese Ansätze konnten die Sorgen der Anwohner hinsichtlich Verdichtung und Infrastrukturbelastung kaum mildern.
Das Moltkedorf-Projekt bleibt ein Zankapfel in Willich, wo der Wohnraumbedarf auf lokalen Widerstand trifft. Über 1.200 Unterschriften und anhaltende Proteste spiegeln die tiefgreifenden Bedenken zu Verkehr, Bebauungsdichte und dem Verlust von Grünflächen wider. Die Stadt steht nun vor der Herausforderung, die Entwicklungsziele mit den Einwänden der Bürgerschaft in Einklang zu bringen, bevor die Bauarbeiten beginnen.






