02 January 2026, 13:18

Metall- und Elektroindustrie in NRW kämpft um Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze

Ein Schiffbau mit Metallkonstruktionen, Laternen, Containern und Schiffen.

Gedrückte Stimmung in der Metall- und Elektronikindustrie - Metall- und Elektroindustrie in NRW kämpft um Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze

Die Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen steht vor schweren Herausforderungen: Die Arbeitsplatzverluste nehmen zu, und die Produktion bricht dramatisch ein. Eine aktuelle Umfrage des Verbandes Metall NRW offenbart tiefe Sorgen unter Unternehmensführern, die vor einer sich verschärfenden Wettbewerbsfähigkeitskrise in der gesamten Branche warnen.

Seit Juni 2024 sind monatlich fast 2.100 Stellen abgebaut worden. Die Produktionszahlen liegen derzeit 23 Prozent unter denen von 2018 – ein Zeichen für den anhaltenden Abschwung. Die Erhebung, an der 354 Unternehmen mit insgesamt rund 95.000 Beschäftigten teilnahmen, zeigt, dass 29 Prozent der Betriebe in den vergangenen sechs Monaten bereits Personal abgebaut haben.

Für die erste Jahreshälfte 2026 planen 25 Prozent der Unternehmen weitere Entlassungen, während nur 15 Prozent neue Mitarbeiter einstellen wollen. Lediglich 10 Prozent rechnen in den kommenden sechs Monaten mit einer Verbesserung der Geschäftslage. Gleichzeitig sind 28 Prozent der Betriebe weiterhin auf Kurzarbeit angewiesen, um die Kosten zu bewältigen. Arndt Kirchhoff, Präsident des Verbandes Metall NRW, bezeichnete die Ergebnisse als Beleg für eine "tiefe Wettbewerbsfähigkeitskrise und gravierende strukturelle Schwächen". Er forderte die Politik auf, mit mutigen wirtschafts- und sozialpolitischen Reformen die Talfahrt zu stoppen. Unternehmensvertreter kritisierten zudem Teile der politischen Elite, die die Notlage der Branche nicht ausreichend erkennen würden. Zu der Industrie zählen der Maschinenbau, die Elektroherstellung, die Automobilproduktion, die Metallverarbeitung sowie Gießereien. Aktuell bewerten nur 14 Prozent der Unternehmen in der Region ihre Lage als gut.

Die Umfrage zeichnet ein düsteres Bild für die Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen. Da Stellenabbau die Einstellungen übertrifft und die Produktion weiterhin deutlich unter früheren Werten liegt, bleiben die Betriebe unter erheblichem Druck. Der dringende Appell an politische Reformen spiegelt die wachsende Verärgerung über den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit wider.

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