Maurizio Cattelan gewinnt den neu ausgerichteten Preis der Nationalgalerie 2026
Veronique HänelMaurizio Cattelan gewinnt den neu ausgerichteten Preis der Nationalgalerie 2026
Maurizio Cattelan hat den Preis der Nationalgalerie Berlin 2026 gewonnen – ein Zeichen für die Neuausrichtung des renommierten Preisvergleichs in der Kunstwelt. Künftig werden damit Künstler ausgezeichnet, deren Einfluss weit über Berlin hinaus auf der internationalen Bühne wirkt. Die Auszeichnung fällt in eine Zeit, in der die Stadt sich auf eine große Einzelausstellung des italienischen Provokateurs im kommenden Jahr vorbereitet.
Ursprünglich war der Preis der Nationalgalerie für junge, in Deutschland lebende Künstler unter 40 gedacht. Zu den früheren Preisträger zählen Anne Imhof, Cyprien Gaillard und Monica Bonvicini. 2024 brachen die Veranstalter mit der Tradition und ehrten statt eines Einzelkünstlers die gesamte Shortlist.
Cattelans Verbindung zu Berlin reicht bis ins Jahr 2006 zurück, als er die Berlin Biennale mitkuratierte – ein Ereignis, das den Ruf der Stadt als Zentrum für zeitgenössische Kunst festigte. Seine bevorstehende Schau in der Neuen Nationalgalerie (20. März bis 9. August 2026) wird über 150 Werke umfassen, darunter auch die erste Rekonstruktion seines Pariser Ateliers außerhalb Frankreichs.
Ein zweites Soloprojekt ist für die Berlin Art Week im September 2026 geplant, ebenfalls in der Neuen Nationalgalerie. Die Ausstellung verspricht einen neuen Blick auf sein über Jahrzehnte gewachsenes Œuvre.
Die Vergabe des Preises an Cattelan unterstreicht den Wandel der Auszeichnung: Statt Nachwuchstalente stehen nun etablierte Positionen im Fokus. Mit den beiden großen Präsentationen 2026 erhält das Berliner Publikum die seltene Gelegenheit, sein Schaffen in zwei bedeutenden Kontexten zu erleben.
