11 January 2026, 18:56

Mainzer Karnevalstradition pausiert: Die Allerscheenste macht 2026 eine kreative Auszeit

Ein Vintage-Plakat, das ein Karnevalsfest in Banche, Frankreich, ankündigt und Illustrationen von Menschen, Gebäuden und Text enthält.

Mainzer Karnevalstradition pausiert: Die Allerscheenste macht 2026 eine kreative Auszeit

Die Allerscheenste, eine der ältesten Karnevalsgesellschaften der Mainzer Tradition, wird 2026 eine Pause einlegen und ihre berühmten Sitzungen nicht veranstalten. Seit ihrer Gründung im Jahr 1986 ist die Gruppe für ihren scharfen Humor und ihre lebhaften Treffen im Augustinerkeller bekannt. Unter neuer Führung plant sie nun, 2027 mit frischem Elan und neuen Mitgliedern zurückzukehren.

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Die Allerscheenste entstand 1986, als eine Gruppe Mainzer Bürger eine Karnevalsgesellschaft mit einem Clown als Wahrzeichen ins Leben rief. Ihre Veranstaltungen in den Gewölben der Augustinerstraße wurden zu einem festen Bestandteil der städtischen Feiern. Das Motto "Gott Jokus ist unser Chef, der Augustinerkeller unsere Burg" spiegelte ihren spielerischen, aber auch respektlos-charmanten Stil wider.

Drei Jahrzehnte lang verlieh die Gesellschaft den Aller-Allerscheenste-Preis an prägende Persönlichkeiten des Mainzer Karnevals. Doch bis 2025 sanken die Mitgliederzahlen – besonders unter den aktiven Darbietern – so stark, dass eine Auszeit unvermeidlich wurde. Ohne ausreichend Mitwirkende fielen die Sitzungen für 2026 aus.

Holger Bartz, ein langjähriger Karnevalsbegeisterter, übernahm 2026 den Vorsitz von Karin Junker, die das Amt 14 Jahre lang innegehabt hatte. Bartz, der der Allerscheenste seit 2019 angehört, hatte sich bereits hinter den Kulissen um Technik, Bühnenaufbau und Fotografie gekümmert. Nun will er die Gesellschaft wiederbeleben, indem er neue Mitglieder wirbt und die Sitzungen 2027 neu auflegt.

Mit ihren unzensierten Reden und frechen Persiflagen auf das lokale Geschehen avancierte die Gruppe zum Karnevalsliebling. Wer mitmachen möchte, muss alle drei Wochen zu den Treffen im Augustinerkeller erscheinen. Bartz und seine Familie – ebenfalls tief in der Gesellschaft verwurzelt – hoffen, das Clownslächeln wieder zu einem festen Bestandteil der Fastnachtsbräuche zu machen.

Die Allerscheenste setzt 2026 aus, plant aber für 2027 ein Comeback mit frischen Sitzungen. Unter Bartz’ Führung liegt der Fokus nun darauf, neues Blut zu gewinnen und die Traditionen lebendig zu halten. Bald schon könnten im Keller des Augustinerkellers wieder der markante Witz und das Lachen der Gruppe widerhallen.