02 February 2026, 21:23

Laumann diskutiert Zukunft der Apotheken mit Noweda in Essen

Eine Apotheke mit Glaswänden und -türen an einer Straßenecke, mit Plakaten an den Wänden und einer Straße im Vordergrund.

Laumann diskutiert Zukunft der Apotheken mit Noweda in Essen

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat kürzlich den Essener Standort des Pharma-Großhändlers Noweda besucht, um drängende Fragen des Arzneimittelgroßhandels zu erörtern. Im Mittelpunkt des Treffens standen finanzielle Herausforderungen, digitale Lösungen sowie die wachsende Rolle der Apotheken bei der Erweiterung medizinischer Versorgungsleistungen. An den Gesprächen nahmen Vertreter von Noweda sowie aus dem Apothekensektor teil, um zentrale Anliegen zu verdeutlichen.

Während des Besuchs informierte sich Minister Laumann in einem der größten Arzneimittellager Europas, das täglich rund 1.000 Apotheken beliefert. Noweda betreibt bundesweit 16 Logistikzentren, darunter große Standorte in Barsbüttel, Neudietendorf und Heidenheim, und versorgt damit etwa 14.000 Apotheken in ganz Deutschland.

Ein zentrales Thema der Diskussionen war die feste Apothekengebühr (Apothekenfixum) sowie die laufenden Verhandlungen zwischen den Apotheken und dem GKV-Spitzenverband. Minister Laumann, Dr. Michael Kuck und Udo Harneit, der Vertriebsleiter von Noweda, waren sich einig, dass das aktuelle verhandlungsbasierte System erhebliche Hürden schafft. Laumann schlug vor, den selbst ausgehandelten Versorgungszuschlag im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) zu verankern, um unabhängige Vergütungsgespräche zu ermöglichen.

Dr. Kuck kritisierte den Entwurf des Apothekenbetriebs- und Versorgungsgesetzes (ApoVWG) dafür, dass es weder faire finanzielle Rahmenbedingungen noch angemessene Gebührenanpassungen vorsehe. Noweda lehnte zudem das Modell einer "Apotheke ohne Apotheker" ab und unterstützte den Einspruch der Länder im Bundesrat.

Erörtert wurden auch Möglichkeiten, den digitalen Zugang für Apotheken zu verbessern, etwa über die Plattform IhreApotheken.de. Minister Laumann und Dr. Kuck betonten das erweiterte Leistungsspektrum moderner Apotheken – von Impfungen über Diagnostik bis hin zur Hilfsmittelversorgung – das aus ihrer Sicht erhebliche Vorteile für Patientinnen und Patienten bringt.

Das Treffen unterstrich den Bedarf an klareren finanziellen Regelungen und besserer Unterstützung für Apotheken. Nowedas Ablehnung unbesetzter Apotheken sowie das Engagement für digitale Fortschritte spiegeln branchenweite Bedenken wider. Laumanns Besuch machte sowohl die Herausforderungen als auch die sich wandelnde Rolle der Apotheken im deutschen Gesundheitssystem deutlich.

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