30 April 2026, 10:33

Krefelds OB kontert Merz: "Städteverfall liegt nicht an Migranten"

Ein detaillierter alter Stadtplan von Weimar, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, begleitet von Texten über die Bevölkerung und Merkmale der Stadt.

Bürgermeister von Krefeld kritisiert Merz und fordert mehr Geld - Krefelds OB kontert Merz: "Städteverfall liegt nicht an Migranten"

Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer kritisiert Bundeskanzler Friedrich Merz wegen Äußerungen zu Deutschlands kämpfenden Innenstädten. Meyer bezeichnete die Aussagen als vereinfachend und wenig hilfreich, um die eigentlichen Probleme städtischer Räume anzugehen.

Der Streit entzündete sich, nachdem Merz den Niedergang der Städte mit Migranten ohne Aufenthaltsrecht oder Arbeit in Verbindung gebracht hatte. Meyer hingegen betonte, dass finanzielle Engpässe und strukturelle Defizite – nicht die Herkunft Einzelner – die eigentlichen Ursachen seien.

Meyer nannte eine Reihe von Herausforderungen, unter denen deutsche Städte leiden, darunter Vermüllung, marode Infrastruktur und mangelhafte Beleuchtung. Zudem verwies er auf soziale Probleme wie Obdachlosigkeit, psychische Erkrankungen und aggressives Betteln in bestimmten Vierteln. Trotz regelmäßiger Reinigungsbemühungen tauche der Müll oft schnell wieder auf, was die Instandhaltung erschwere.

Ein weiteres zentrales Problem sei die finanzielle Belastung der Kommunen. Meyer machte deutlich, dass Städte wie Krefeld nicht über die notwendigen Mittel verfügen, um diese Missstände angemessen zu bekämpfen. Er forderte stärkere Unterstützung vom Bund, um den städtischen Verfall zu bewältigen.

Merz hatte das Problem zunächst als Folge fehlgeschlagener Migrationspolitik der Vergangenheit dargestellt. Er behauptete, die Regierung korrigiere diese Fehler nun durch erleichterte Abschiebungen. Später präzisierte er, dass die Schwierigkeiten von Migranten ausgingen, die nicht arbeiten, über keinen gesicherten Aufenthaltsstatus verfügen und sich nicht an deutsche Regeln halten.

Meyer wies diese Erklärung als unzureichend zurück. Eine pauschale Schuldzuweisung an bestimmte Gruppen lenke nur von den eigentlichen Lösungen ab, die für eine Verbesserung der städtischen Lebensbedingungen nötig seien.

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Die Auseinandersetzung spiegelt eine grundsätzliche Debatte wider, wie Deutschlands urbane Herausforderungen zu meistern sind. Während Meyer auf finanzielle Mittel und systemische Reformen – statt auf die Fokussierung auf Einzelne – setzt, bleibt Merz dabei, dass die Migrationspolitik eine zentrale Rolle für den Zustand der Innenstädte spielt.

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