20 December 2025, 20:41

Krankenhausgewalt: Können Bodycams zur Schutz von Gesundheitsarbeitern beitragen?

Mehrere Kameras verschiedener Typen mit Text darüber und darunter.

Krankenhausgewalt: Können Bodycams zur Schutz von Gesundheitsarbeitern beitragen?

Gewalt in Krankenhäusern: Können Bodycams das Personal schützen?

Zunehmende Angriffe auf Krankenhausmitarbeiter: NRW-Kliniken testen Bodycams als Schutzmaßnahme. Was sie bringen – und wo ihre Grenzen liegen.

  1. Dezember 2025, 18:36 Uhr

Die Gewalt gegen Krankenhauspersonal in Nordrhein-Westfalen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Zwischen 2017 und 2024 stiegen die Übergriffe um über 34 Prozent – allein im vergangenen Jahr wurden 1.705 Vorfälle registriert. Nun führen Kliniken strengere Sicherheitsvorkehrungen ein, um Mitarbeiter und Patienten besser zu schützen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sieht einen Rückgang des Respekts gegenüber medizinischem Personal als Hauptgrund für die steigende Gewalt. Eine Umfrage aus dem Jahr 2024 ergab zudem, dass 40 Prozent der Krankenhäuser lange Wartezeiten mit aggressivem Verhalten von Patienten oder Besuchern in Verbindung bringen.

Die Lage hat sich dramatisch verschärft: 2022 stieg die Zahl der gewalttätigen Zwischenfälle um 22 Prozent, 2023 folgte ein weiterer Anstieg um fast 9 Prozent. Das Elisabeth-Krankenhaus in Essen reagierte nach einem schweren Angriff auf Mitarbeiter im September 2024 mit der Einstellung von Sicherheitskräften.

Das Dortmunder Krankenhaus hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit zu verbessern. Ein Nachtwächter patrouilliert nun in der Notaufnahme, und das Personal trägt aus Angst vor Bedrohungen keine Namensschilder mehr. Ab 2026 sollen Mitarbeiter zudem mit Bodycams ausgestattet werden – ein Versuch, Angriffe abuschrecken und Konflikte zu entschärfen. Doch ob die Kameras tatsächlich Gewalt verhindern, bleibt unter Experten umstritten.

Weitere geplante Schritte umfassen erweiterte Schulungen für das Personal und den Einsatz zusätzlicher Sicherheitskräfte.

Die Kliniken in der Region passen sich der wachsenden Bedrohung an. Durch Sicherheitsaufrüstungen, Bodycams und überarbeitete Protokolle soll ein sichereres Umfeld für Beschäftigte und Patienten geschaffen werden. Ob diese Maßnahmen greifen, hängt jedoch von ihrer Umsetzung ab – und davon, ob sich das Verhalten in der Gesellschaft grundlegend ändert.

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