Kovačs stille Revolution: Wie Dortmund unter dem Trainer wieder zur Stärke findet
Veronique HänelKovačs stille Revolution: Wie Dortmund unter dem Trainer wieder zur Stärke findet
Borussia Dortmunds Saison hat unter Niko Kovač eine positive Wende genommen. Seit der Trainer vor acht oder neun Monaten das Zepter übernahm, hat er die Mannschaft zu starken Leistungen in der Bundesliga und der Champions League geführt. Sein Führungsstil wird gelobt – besonders von Ex-Profi Didi Hamann, der Kovačs natürliche Autorität und ruhige Art als perfekte Passform für den Verein hervorhob.
Der jüngste Beweis für den Fortschritt war der hart erkämpfte 2:1-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen. Doch trotz der allgemeinen Verbesserung bleiben Herausforderungen – vor allem in der Offensive, wo teure Neuzugänge noch nicht konstant überzeugen.
Kovačs Einfluss auf Dortmund ist unübersehbar. Seit seiner Ankunft hat die Mannschaft nur eine Handvoll Niederlagen kassiert, ein Beleg für seine Fähigkeit, das Team zu stabilisieren. Sein Gespür für die individuellen Bedürfnisse der Spieler spielt dabei eine zentrale Rolle – viele betonen, wie gut er einschatzen kann, was jeder Einzelne braucht, um seine beste Leistung abzurufen.
Der jüngste Erfolg gegen Bayer 04 Leverkusen bestärkte das Vertrauen in seine Methoden. Dennoch florieren nicht alle Bereiche des Teams unter seiner Führung. Besonders die Offensive kämpft mit mangelnder Tiefe – einzig Aaron Anselmino, Leihgabe vom FC Chelsea, sticht bisher als Erfolg heraus. Zwei von Kovačs prominenten Verpflichtungen, Julien Duranville und Karim Adeyemi, konnten die Erwartungen bislang nicht erfüllen. Duranville, von Verletzungen geplagt und als entbehrlich eingestuft, könnte im Januar verliehen werden, nachdem Kovač einräumte, dass andere Spieler ihm vorgezogen werden. Adeyemi wiederum kam seit Ende September nur auf drei Tore – eine Serie, die angeblich das Verhältnis zum Trainer belastet. Auch andere kostspielige Neuzugänge wie Jobe Bellingham hatten bisher nur begrenzten Einfluss. Hamann, ein überzeugter Unterstützer Kovačs, wies jedoch Kritik zurück, die Mannschaft spiele zu starr oder mangels Kreativität. Stattdessen argumentierte er, dass der strukturierte Ansatz des Trainers die dringend benötigte Ausgeglichenheit in Dortmunds Auftritte gebracht habe.
Dortmunds Saison unter Kovač ist bisher von soliden Ergebnissen und taktischer Disziplin geprägt. Der Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen gab einen weiteren Schub, doch Fragen zur Effektivität der Offensive bleiben. Mit dem nahenden Januar könnte der Verein seine Angriffsoptionen überdenken – sei es durch die Reaktivierung schwächelnder Spieler oder die Suche nach neuen Lösungen, um den Schwung in der Liga und auf internationaler Bühne zu halten.
