05 June 2026, 13:51

KI-Fachkräfte an Schulen: Der radikale Plan gegen veraltete Bildungssysteme

Kein AI-Tool in Sicht - Ministerium bietet Lehrern 'Selbstlernkurs'

KI-Fachkräfte an Schulen: Der radikale Plan gegen veraltete Bildungssysteme

Forderungen nach einer Reform des deutschen Bildungssystems werden immer lauter. Der Bundeselternrat kritisiert veraltete Schulstrukturen, während gleichzeitig die Sorge über den Rückgang der beruflichen Frühförderung in Kindergärten wächst. Nun schlägt ein neuer Vorschlag vor, in jeder Schule eine KI-Ansprechperson einzusetzen, um Wissenslücken zu schließen und die Lehrkräfte zu entlasten.

Die Idee entsteht vor dem Hintergrund, dass Referendare berichten, sie fühlten sich durch eine zu theorielastige Ausbildung unzureichend auf den Schulalltag vorbereitet. Viele zweifeln zudem an der Wirksamkeit von Selbstlernkursen, wenn es um den Umgang mit KI-Tools und prognostischen Systemen geht. Statt Lehrkräfte mit diesen Themen allein zu lassen, empfiehlt der Vorschlag eine fest angestellte KI-Fachkraft an jeder Schule.

Diese Person würde als zentrale Anlaufstelle für Schüler:innen, Eltern und Personal fungieren. Zu ihren Aufgaben gehörten dreistündige Fortbildungen nach Schulschluss – verteilt auf drei Termine – sowie eine halbe Stunde wöchentliche Entlastung für Lehrkräfte. Zudem würde sie schulinterne Schulungen konzipieren, fächerübergreifende Unterrichtsplanung unterstützen und neue Prüfungsformate erproben. Auch Informationsabende zu KI-Grundlagen, Risiken und Datenschutzbestimmungen wären Teil des Aufgabenbereichs.

Das Ministerium hat klargestellt, dass sich Lehrkräfte zwar mit KI für den dienstlichen Gebrauch vertraut machen sollen – allerdings nicht während der regulären Arbeitszeit. Würde der Staat ein KI-Tool bereitstellen, würde er auch Datenschutz und Kosten übernehmen und so möglicherweise Verantwortung von den Schulen abnehmen. Einige schlagen vor, große Sprachmodelle (LLMs) für administrative Aufgaben wie Drucken und Kopieren einzusetzen, um Datenschutzbedenken und Budgetfragen zu adressieren.

Der Reformdruck wächst besonders in Bayern, wo die Quote der beruflichen Frühförderung in Kindergärten bundesweit am niedrigsten ist. Kritiker:innen warnen, dass Schulen ohne Modernisierung kaum in der Lage sein werden, Schüler:innen auf eine technologisierte Zukunft vorzubereiten.

Ziel des Vorschlags ist es, die KI-Bildung zu strukturieren und gleichzeitig den Druck auf Lehrkräfte zu verringern. Bei einer Umsetzung würde das Land für Datenschutz und Finanzierung verantwortlich sein, während sich die Schulen auf die praktische Umsetzung konzentrieren könnten. Zudem soll der Plan den Rückgang der beruflichen Frühförderung umkehren und sicherstellen, dass Schüler:innen neben theoretischem Wissen auch praktische Kompetenzen erwerben.

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