Justus Frantz zwischen Musikleidenschaft und Putins Freundschaftsorden
Hans-Günther KlappJustus Frantz zwischen Musikleidenschaft und Putins Freundschaftsorden
Justus Frantz, einst als Deutschlands beliebtester "Klassik-Onkel" im Fernsehen gefeiert, gerät nun wegen seiner Verbindungen zu russischen und politischen Kreisen in die Kritik. Der Pianist und Dirigent, bekannt für seine Leidenschaft für Musik und Musiker, wurde kürzlich von Wladimir Putin mit dem Russischen Orden der Freundschaft ausgezeichnet. Doch seine wandelnde Reputation und die Gesellschaft, in der er verkehrt, werfen Fragen auf.
Frantz baute seinen Ruf auf Wärme und hingebungsvolle Musikliebe auf. Er veranstaltete prunkvolle Treffen, darunter Dinnerpartys mit Gästen wie Sahra Wagenknecht und Alice Weidel. Seine schillernde Persönlichkeit erinnerte manche sogar an Shakespeares Falstaff – eine Figur, die für Maßlosigkeit und Schlauheit steht.
Hinter den Kulissen sorgen seine Kontakte jedoch für Stirnrunen. Hajo Frey, Betreiber eines "klassischen" Escort-Service, bringt Frantz mit dem AfD-Politiker Matthias Moosdorf in Verbindung und pflegt selbst Verbindungen nach Russland. Öffentliche Aufzeichnungen zeigen allerdings keine politischen Stellungnahmen oder Kooperationen Frantz' mit rechtsextremen oder autoritären Kreisen seit den 1990er-Jahren.
Der Autor erinnert sich an persönliche Begegnungen mit Frantz – Besuche auf seiner Finca auf Gran Canaria und gemeinsame Zeit an Bord der MS Europa. Es heißt, Leonard Bernstein habe einst Zuneigung für ihn empfunden, doch nun scheint Putin seinen Einfluss zu nutzen.
Die Verleihung des Freundschaftsordens durch Putin markiert einen Wendepunkt für Frantz. Seine Verbindungen haben ihm die Bewunderung ehemaliger Unterstützer gekostet und hinterlassen sein Erbe in Zweifel. Eines steht fest: Sein einst makelloser Ruf hat nachhaltigen Schaden genommen.
