Gold und Silber auf Pappe: Wie Dresden Pappen jedes Weihnachtsgeschenk aufwerten
Veronique HänelGold und Silber auf Pappe: Wie Dresden Pappen jedes Weihnachtsgeschenk aufwerten
Gold und Silber auf Pappe: Wie Dresdner Pappen jedes Weihnachtsgeschenk veredeln
Eine Sammlerin, eine vergessene Werkstatt und Andy Warhol: Dresdner Pappen sind seit Jahren ein Kultphänomen – und verzaubern noch immer mit Gold und Silber jedes Weihnachtsgeschenk
Dresdner Weihnachtschmuck, einst schlichte Dekorationen aus Pappe, sind heute begehrte Sammlerstücke. Ihre Geschichte reicht über ein Jahrhundert zurück und verbindet handwerkliche Kunst mit unerwartetem künstlerischem Ruhm. Eine ehemalige Lehrerin entdeckte sie wieder – und selbst Andy Warhol wurde auf sie aufmerksam.
Alles begann mit Angela Kleinediekmann, die in einem Museumsladen auf die filigranen vergoldeten Verzierungen stieß. Neugierig geworden, verfolgte sie ihre Spuren bis in sächsische Werkstätten, wo sie seit etwa 1900 hergestellt wurden. Als erschwingliche Alternative zu feinem Metallschmuck oder geschnitzten Holzarbeiten aus dem Erzgebirge entstanden diese geprägten Pappdekorationen in Formen wie Federn, Sterne, Hasen und Buchstaben.
Die Produktion folgt bis heute jahrhundertealten Maschinen und historischen Pressformen. Jedes Blatt wird per Hand geprägt – die traditionelle Methode bleibt bewahrt. Ihr Charme verbreitete sich bald über Deutschlands Grenzen hinaus: Andy Warhol selbst nutzte die Motive für eine Weihnachtsbaum-Collage, von der viele Originale bis heute erhalten sind. Kürzlich interpretierte der Künstler Uwe Tschirner die Verzierungen im typischen Pop-Art-Stil Warhols neu. Seine Werke fügten dem bescheidenen Handwerk eine weitere kulturelle Dimension hinzu und machten es zum Symbol.
Heute sind originale Dresdner Pappen aus den frühen 1900er-Jahren hochbegehrt. Ihr Weg – von preiswertem Dekorationsmaterial zu Ikonen der Kunstwelt – zeigt, wie Handwerk und Kreativität die Zeit überdauern. Die Verbindung aus traditionellen Techniken und modernen Interpretationen hält ihre Geschichte lebendig.
