Gedenkmarsch in Lünen erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus
Dimitri EigenwilligGedenkmarsch in Lünen erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus
Rund 100 Menschen versammelten sich am 27. Januar in Lünen zu einem Gedenkmarsch für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Veranstaltung stand im Zeichen des bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und fiel mit dem 81. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz zusammen. Organisiert von lokalen Initiativen, führte der Marsch zu historischen Orten in der Stadt.
Der Gedenkweg begann am Evangelischen Friedhof an der Kirchhofstraße, wo Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg eine Ansprache hielt. Sie betonte die Bedeutung der lokalen Erinnerungskultur und erinnerte daran, dass die NS-Verbrechen in Lünen konkrete Opfer hatten – Menschen mit Namen und Gesichtern.
Die Route führte weiter zur Viktoriaschule, zum Hauptbahnhof sowie zu mehreren Standorten von Stolpersteinen, darunter die Borker Straße 5. Bis Dezember 2025 wurden dort mindestens sechs der Messing-Gedenktafeln verlegt, die an die jüdische Familie Rosenbaum erinnern. Die Teilnehmer machten zudem Halt am Holocaust-Mahnmal an der Lippe, bevor der Marsch im Gemeinschaftszentrum St. Georg endete.
Förster-Teutenberg unterstrich die Notwendigkeit sichtbarer Zeichen der Erinnerung, besonders angesichts steigender antisemitischer und rassistischer Vorfälle. Sie rief die Bürger auf, sich für eine offene, demokratische und solidarische Gesellschaft einzusetzen, und bekräftigte das Engagement der Stadt, das historische Gedächtnis zu bewahren.
Der Gedenkmarsch brachte Anwohner, Heimatforscher und Kommunalpolitiker zusammen, um über die Vergangenheit zu reflektieren. Mit Projekten wie den Stolpersteinen setzt sich Lünen weiterhin mit seiner Geschichte auseinander und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig kollektives Erinnern im Kampf gegen Intoleranz heute ist.
