16 April 2026, 02:29

Friseurpreise explodieren: Warum der Haarschnitt immer teurer wird

Brutalistischer Barbershop in Berlin mit eckigen Betongebäuden, Fenstern, Geländern, Balkonen und Namensschildern, umgeben von Bäumen, Straßenlaternen und Fußgängern unter einem bewölkten Himmel.

Haarschnittpreise sind deutlich gestiegen - Friseurpreise explodieren: Warum der Haarschnitt immer teurer wird

Friseurpreise in Deutschland steigen stark – Branche steht vor Umbruch

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Die Kosten für einen Haarschnitt in Deutschland sind in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Preise für Damen- und Herrenhaarschnitte seit 2020 um fast ein Drittel geklettert sind. Hinter dem Anstieg stecken steigende Löhne, höhere Energiekosten und die Inflation – Faktoren, die sowohl Salons als auch Kunden unter Druck setzen.

Doch nicht nur die Preise verändern sich: Die Branche selbst ist im Wandel. Traditionelle Friseursalons sehen sich zunehmend der Konkurrenz durch Barbiershops ausgesetzt, während immer weniger junge Menschen den Beruf erlernen. Trotz dieser Herausforderungen bleibt der Sektor ein Milliardengeschäft.

2024 erwirtschaftete die deutsche Friseurbranche schätzungsweise 7,67 Milliarden Euro. Für 2025 wird jedoch ein leichter Rückgang erwartet, da die gestiegenen Kosten die Preise weiter in die Höhe treiben. Ein Standard-Damenschnitt inklusive Waschen und Föhnen kostet im Schnitt etwa 54 Euro, während Männer rund 33 Euro zahlen. Im Vergleich zu 2020 geben Verbraucherinnen und Verbraucher mittlerweile 28 Prozent mehr für Damenschnitte und 31 Prozent mehr für Herren- und Kinderschnitte aus (Stand September 2025).

Die meisten Kundinnen und Kunden planen ihre Ausgaben für Friseurbesuche dennoch genau. 28 Prozent der Deutschen geben pro Besuch zwischen 15 und 29 Euro aus, 20 Prozent zahlen 30 bis 49 Euro. Die verschobenen Ausgabenmuster spiegeln wider, wie Salons mit steigenden Kosten zu kämpfen haben – von Personalkosten über Energie bis hin zu Materialien.

Nachwuchssorgen und Konkurrenz durch Barbiershops Die Zahl der Auszubildenden im Friseurhandwerk ist in den letzten zehn Jahren dramatisch gesunken. Waren es 2014 noch 23.540 Lehrlinge, so begannen 2023 nur noch 13.509 eine Ausbildung. 2024 gab es zwar einen leichten Anstieg – vor allem, weil mehr Männer in den Beruf einsteigen, die mittlerweile über ein Drittel der Azubis stellen. Doch traditionelle Salons stehen vor einem weiteren Problem: der wachsenden Konkurrenz durch Barbiershops, die oft mit weniger formal ausgebildetem Personal arbeiten und günstigere Preise anbieten.

Barbiershops haben sich besonders in Städten rasant verbreitet. Mittlerweile machen sie etwa ein Fünftel der 80.363 registrierten Friseurbetriebe in Deutschland aus. Im Gegensatz zu klassischen Salons setzen viele Barbiershops auf Schnelligkeit und niedrigere Preise – und sprechen damit preisbewusste Kundschaft an.

Branche im Wandel: Höhere Preise, weniger Fachkräfte, mehr Wettbewerb Die deutsche Friseurbranche muss sich an finanzielle Belastungen und veränderte Konsumgewohnheiten anpassen. Während die Preise steigen und immer weniger Nachwuchs in den Beruf drängt, sehen sich traditionelle Salons gezwungen, stärker gegen günstigere Alternativen zu konkurrieren. Trotz dieser Hürden bleibt der Sektor groß: Zehntausende Betriebe versorgen weiterhin Millionen von Kundinnen und Kunden – Jahr für Jahr.

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