Friedrich Merz’ Brasilien-Besuch 2021: Wie ein Amazonas-Kommentar zum diplomatischen Eklat wurde
Veronique HänelFriedrich Merz’ Brasilien-Besuch 2021: Wie ein Amazonas-Kommentar zum diplomatischen Eklat wurde
Friedrich Merz, ein CDU-Politiker aus dem Sauerland, geriet während eines Brasilien-Besuchs im Jahr 2021 in die Kritik. Seine Äußerungen über den Amazonas lösten einen Shitstorm aus – sogar Rio de Janeiros Bürgermeister Eduardo Paes rügte ihn öffentlich. Die Kontroverse eskalierte bis hin zu Vergleichen mit seinem Großvater, der in der NS-Zeit verstrickt war.
Merz, der wie der ehemalige Bundespräsident Heinrich Lübke aus dem Sauerland stammt und dieselbe Schule besuchte, erinnert an dessen legendären diplomatischen Fauxpas: Lübke hatte die First Lady Madagaskars einst mit 'Liebe Frau Tananarive' angesprochen – dem Namen der Hauptstadt.
Während seines Brasilien-Aufenthalts provozierten Merz' Aussagen zum Amazonas empörte Reaktionen. Bürgermeister Paes spottete auf Social Media über ihn, wobei der Verweis auf die NS-Vergangenheit seines Großvaters mitschwang. Ein weiterer brasilianischer Nutzer riet Merz scharfzüngig, er solle sich 'erst die Zähne putzen und duschen', bevor er Brasilien kritisiere. Zurück in Deutschland lobte Armin Laschet Merz später dafür, bei einem Treffen mit Donald Trump im Oval Office 'die Würde gewahrt' zu haben – die Begegnung verlief ohne Eklat, zur Erleichterung der deutschen Diplomatie.
Das Sauerland, bekannt für seine klare Luft, Schützenfeste und eigenwillige Bewohner, wirkt indes wie eine andere Welt im Vergleich zu den globalen Metropolen, die Merz oft kritisiert. Der damalige Kanzler, der parallel zu den COP-Verhandlungen in Brasilien weilte, soll erleichtert gewesen sein, das Land zu verlassen. Merz' Image als wohlhabender, kritischer Niedereimer Besserwisser festigte sich durch die Reise weiter.
Der Vorfall offenbarten die angespannten deutsch-brasilianischen Beziehungen. Merz' Sauerländer Herkunft und familiäre Vergangenheit heizten die Debatte zusätzlich an. Seine politische Reputation – sowohl in Deutschland als auch international – geriet nach dem Trip noch stärker unter Druck.
