09 January 2026, 12:58

Evonik in der Krise: Chinas Methionin-Flut bedroht Gewinne und Aktienkurs

Ein belebter Marktplatz mit Menschen und Ständen auf beiden Seiten und prominenten Plakaten in der Mitte.

Evonik in der Krise: Chinas Methionin-Flut bedroht Gewinne und Aktienkurs

Die Aussichten für Evonik haben sich deutlich eingetrübt, nachdem Analysten ihre Gewinnprognosen drastisch gesenkt und vor einer Verschärfung der Herausforderungen gewarnt haben. Der Chemiekonzern sieht sich zunehmend mit Überkapazitäten in China und sinkenden Preisen in seinem Kerngeschäft mit Methionin konfrontiert. Die Aktie ist in die Nähe eines 52-Wochen-Tiefs gerutscht, während eine Großbank Anlegern zum Verkauf rät.

Am 7. Januar stufte die Privatbank Berenberg Evonik von "Halten" auf "Verkaufen" herab und senkte das Kursziel von 14,60 Euro auf 11,60 Euro. Dieser Schritt spiegelt die Befürchtungen wider, dass die Produktpreise – insbesondere bei Methionin – einbrechen könnten, wo Chinas rasante Kapazitätsausweitung die Rentabilität bedroht. Die Analysten der Bank warnten, dass das Unternehmen ohne radikale Maßnahmen – wie eine Zerschlagung des Konzerns oder drastische Kürzungen der Dividende – die Erwartungen kaum erfüllen könne.

Chinas Pläne, bis Anfang der 2030er-Jahre 1,5 Millionen Tonnen zusätzliche Methionin-Kapazitäten aufzubauen – ein Anstieg um 50 Prozent weltweit –, haben die Perspektiven weiter verschlechtert. Dieser massive Ausbau übersteigt bei Weitem die lokale Nachfrage und droht, den Markt zu überschwemmen, was die Margen von Evonik unter Druck setzt. Allein dieser Geschäftsbereich steuerte 2022 schätzungsweise 300 Millionen Euro zum EBITDA bei. Doch Berenberg prognostiziert nun deutliche Preiseinbrüche, nachdem es 2021 und 2022 noch starke Steigerungen gegeben hatte. Andere Analysten zeigen sich zwar vorsichtig, aber weniger pessimistisch: Die Deutsche Bank und Barclays behalten ihre "Halten"-Empfehlungen bei, während Morgan Stanley Evonik kürzlich auf "Market Perform" hochgestuft hat. Dennoch sind die Konsensschätzungen für 2027 deutlich gesunken – das EBITDA wird nun auf 1,77 Milliarden Euro taxiert, rund 10 Prozent unter den Markterwartungen. Die Aktie, die aktuell bei 13,13 Euro notiert, liegt nahe ihrem Jahrestief, während technische Indikatoren auf eine extreme Überverkauft-Situation hindeuten.

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Der Aktienkurs von Evonik ist angesichts wachsender struktureller Risiken abgestürzt. Mit den drohenden Überkapazitäten aus China und den gekürzten Gewinnprognosen wächst der Druck auf das Management, entschlossene Schritte einzuleiten. Die nächsten Entscheidungen des Unternehmens werden zeigen, ob es sein Geschäft stabilisieren oder weitere Rückgänge hinnehmen muss.