Evangelische Kirche kämpft mit Mitgliederschwund und plant radikale Reformen bis 2030
Hiltrud BolnbachLandessynode diskutiert Millionen-Euro-Sparen bis 2030 - Evangelische Kirche kämpft mit Mitgliederschwund und plant radikale Reformen bis 2030
Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) trifft sich in dieser Woche, um die finanziellen Herausforderungen zu bewältigen, die durch den schwindenden Mitgliederbestand entstanden sind. Die in Düsseldorf ansässige Kirche verzeichnet jährlich einen Rückgang von etwa 70.000 Gläubigen. Nun will die Führungsetage bis 2030 die Kosten senken und die Strukturen reformieren.
Die fünftägige Landessynode in Bonn versammelt Vertreter aus 527 Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. Diese Gemeinden sind in 37 Kirchenkreise gegliedert und zählen derzeit rund 2,05 Millionen Mitglieder – das entspricht etwa 16 Prozent der regionalen Bevölkerung (Stand: Januar 2026).
Der anhaltende Mitgliederschwund belastet die Finanzen und macht Einsparungen in Höhe von mindestens 33 Millionen Euro bis 2030 erforderlich. Im Mittelpunkt der Synode steht die Verringerung der Abhängigkeit von Kirchensteuern bei gleichzeitiger Stärkung der lokalen Präsenz. Zudem soll die Kirche ihre Arbeitsweise an die veränderten demografischen Gegebenheiten anpassen.
Die geplanten Reformen zielen darauf ab, den Haushalt zu stabilisieren und sich auf eine schrumpfende Gemeinschaft einzustellen. Werden die Maßnahmen beschlossen, treten sie in den kommenden sechs Jahren schrittweise in Kraft. Das Ergebnis der Synode wird entscheiden, wie Angebote und Personal in der Region künftig ausgestaltet werden.
