Europas Industrie warnt vor Wettbewerbsnachteilen durch hohe EU-Emissionskosten
Veronique HänelEuropas Industrie warnt vor Wettbewerbsnachteilen durch hohe EU-Emissionskosten
Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen haben die EU-Spitzen aufgerufen, die steigenden Kosten im Rahmen des Emissionshandelsystems (EU-ETS) zu überprüfen. Zu den Unternehmen, darunter ArcelorMittal, BP und BASF, warnend, dass die aktuelle Politik die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas gefährde.
Die Firmen richteten einen gemeinsamen Brief an den EU-Ratspräsidenten António Costa und den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides. Darin argumentieren sie, das Emissionshandelssystem trage globalen Realitäten nicht mehr Rechnung: Während Europa die CO₂-Kosten rasant erhöhe, blieben andere Regionen untätig.
Nach den EU-Vorgaben müssen Industrieanlagen Verschmutzungszertifikate erwerben, um Treibhausgase ausstoßen zu dürfen. Die Kosten steigen, wenn Unternehmen ihre Emissionen langsamer reduzieren als die verfügbaren Zertifikate gekürzt werden. Zudem hat das EU-Klimapaket „Fit for 55“ einige kostenlose Zuteilungen abgeschafft, was die finanzielle Belastung weiter verschärft.
In dem Schreiben heißt es, die notwendige Infrastruktur für Strom, Wasserstoff sowie CO₂-Transport und -Speicherung sei nach wie vor unzureichend. Ohne diese Voraussetzungen könne die industrielle Transformation nicht gelingen. Zwar hat die EU mit dem CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) versucht, Wettbewerbsnachteile auszugleichen – allerdings gelten Ausnahmen für Länder mit eigenen Emissionshandelssystemen.
Die Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen in Klimaschutzprojekte wie den Ausbau von Wasserstoffnetzen. Dennoch betonen die Unternehmen, dass das aktuelle System ohne Korrekturen die industrielle Basis Europas schwächen werde. Die Unterzeichner fordern daher sofortige Maßnahmen, um den weiteren Kostenanstieg zu stoppen. Andernfalls drohten der europäischen Industrie schwere wirtschaftliche Folgen. Der Brief unterstreicht zudem den Bedarf an besserer Infrastruktur und einer ausgewogeneren Klimapolitik.






