Empörung über nackte Brüste auf Wuppertaler Plakaten – warum die Debatte polarisiert
Hiltrud BolnbachEmpörung über nackte Brüste auf Wuppertaler Plakaten – warum die Debatte polarisiert
"Busen" – Empörung über nackte Brüste auf Plakaten in Wuppertal
Teaser: Das Medienprojekt Wuppertal wirbt mit nackten Brüsten auf Plakaten für den Film "Busen – Perspektiven auf die weibliche Brust" – nun gibt es Streit.
Veröffentlichungsdatum: 17. Oktober 2025, 16:01 Uhr MESZ
Schlagwörter: Bildung, Deutschland, Nachrichten, Kultur, Soziales, Medien, Allgemein, Recht und Kriminalität, Popkultur
Artikeltext: Eine Plakatkampagne in Wuppertal hat für Aufsehen gesorgt, nachdem darauf nackte Brüste zu sehen waren, mit denen ein neuer Bildungsfilm beworben wird. Die Motive sind Teil einer medienpädagogischen Reihe für Schulen und sollten Diskussionen über Körperlichkeit und Geschlechterrollen anregen. Doch viele Passanten reagierten empört – die Folge: Die Plakate wurden massenhaft beschmiert oder abgerissen.
Das Wuppertaler Medienprojekt hatte die Aktion gestartet, um auf den Film "Busen – Perspektiven auf die weibliche Brust" aufmerksam zu machen, der sich an Schulklassen richtet. Die Plakate zeigten anonyme, kopflose Oberkörper mit natürlichen Brustdarstellungen. Laut den Veranstaltern ging es darum, das Thema ohne Sexualisierung zu präsentieren.
Andreas von Hören, der Leiter des Projekts, zeigte sich überrascht über die Heftigkeit der Kritik. Der 21-jährige Student Julian Rauen, der an der Initiative beteiligt ist, berichtete unterdessen, dass die anonymen Hass-Mails, die eingingen, ihn mehr beunruhigten als die beschädigten Plakate. Rauen argumentierte, dass nackte Brüste nicht automatisch als sexuell oder provokant wahrgenommen werden sollten, und bezeichnete die prüde Reaktion der Öffentlichkeit als übertrieben konservativ.
Der Deutsche Werberat wies später eine Beschwerde zurück, die die Plakate als unanständig einstuft. Dennoch waren viele der Motive bereits von Kritikern abgerissen oder überklebt worden.
Ziel der Kampagne war es, offene Gespräche über Anatomie und gesellschaftliche Normen in Schulen zu fördern. Der Film bleibt Teil der medienpädagogischen Reihe des Projekts, doch die Plakatdebatte hat einmal mehr die anhaltenden Spannungen um die öffentliche Darstellung des Körpers offenbart. Von Seiten der Zensurbehörden gab es bisher keine weiteren Schritte gegen die Abbildungen.
