Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf Modernisierung
Hiltrud BolnbachDüsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf Modernisierung
Düsseldorf hat die Pläne für den Bau eines neuen Opernhauses nach Entwürfen des Architekturbüros Snøhetta fallen gelassen. Das Projekt wurde gestoppt, nachdem die geschätzten Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodiert waren. Stattdessen wird die Stadt nun ihr bestehendes Opernhaus modernisieren.
Die Entscheidung, Snøhettas Entwurf abzulehnen, folgt auf Bedenken wegen des hohen Preises. Ursprünglich hatte Düsseldorf geplant, das aus der Nachkriegszeit stammende Opernhaus durch einen Neubau zu ersetzen. Das für das Projekt vorgesehene Grundstück, das die Stadt für 137 Millionen Euro erworben hatte, steht nun wieder unter kommunaler Verwaltung.
Oberbürgermeister Stephan Keller kündigte an, das aktuelle Opernhaus am Hofgarten zu modernisieren. Die Kosten für die Sanierung werden auf 400 bis 500 Millionen Euro geschätzt. Die Pläne sehen vor, das Gebäude mit einer halbtransparenten Hülle zu ummanteln und das Foyer durch eine Terrasse zu erweitern. Das Frankfurter Büro raumwerk schlug zudem eine umfassende Modernisierung vor, die die Kapazität des Hauses um 25 Prozent erhöhen würde.
Anderswo in Deutschland schreiten andere Theaterprojekte voran. In Rostock entsteht derzeit ein neues Theater nach Entwürfen des Berliner Büros Hascher Jehle, mit geschätzten Kosten von 208 Millionen Euro. Die regierende CDU der Stadt hatte zuvor erwogen, das unter Denkmalschutz stehende Volkstheater – ein modernistisches Bauwerk aus der DDR-Zeit, das 1943 errichtet wurde – abzureißen, um Platz für Wohnungen zu schaffen. Doch das Denkmalamt blockierte die Pläne und bewahrte so das historische Gebäude vor dem Abriss.
Düsseldorfs Verzicht auf den teuren Snøhetta-Entwurf lenkt den Fokus zurück auf bescheidenere Theaterprojekte. Das bestehende Opernhaus der Stadt wird nun umfassend aufgewertet. Gleichzeitig zeigen Rostocks neues Theater und die Erhaltung des Volkstheaters einen größeren Trend: die wachsende Wertschätzung für die modernistische Nachkriegsarchitektur.






