Düren deckt massiven Kindergeldbetrug auf – und holt 16.000 Euro zurück
Dimitri EigenwilligDüren deckt massiven Kindergeldbetrug auf – und holt 16.000 Euro zurück
Düren geht als eine der ersten Städte Deutschlands gegen Kindergeldbetrug vor – mit einem neuen Pilotprojekt. Das Vorhaben "MISSIMO" bündelt die Kräfte von Kommunalbehörden, Polizei und Jobcentern, um Familien aufzuspüren, die zu Unrecht Kindergeld beziehen. Bereits jetzt wurden Fälle aufgedeckt, in denen Kinder nicht an ihrer gemeldeten Adresse lebten – mit der Folge von Steuerermittlungsverfahren wegen Hinterziehung.
Im Fokus stehen Haushalte, die weiterhin Kindergeld erhalten, obwohl sie keinen Anspruch mehr darauf haben. Dazu zählen etwa Familien, deren Kinder sich länger als sechs Monate im Ausland aufhalten, oder Haushalte, die ins Ausland verzogen sind. Die Ermittler prüfen Schulunterlagen, Arztbesuche und Meldebestätigungen, um den Aufenthaltsort der Kinder zu verifizieren.
In der ersten Phase wurden 13 Fälle mit 32 betroffenen Kindern identifiziert. Diese Familien hatten Leistungen für Kinder bezogen, die nicht an der angegebenen Adresse lebten. Als Konsequenz muss ein Haushalt nun rund 16.000 Euro zurückzahlen, während weitere Zahlungen im sechsstelligen Bereich gestoppt wurden. Sämtliche Fälle werden mittlerweile wegen Steuerhinterziehung strafrechtlich verfolgt.
Bis Anfang 2026 sollen zwölf weitere Kommunen in Nordrhein-Westfalen dem Projekt beitreten. Auch größere Städte wie Köln und der Rhein-Sieg-Kreis haben bereits ähnliche Initiativen gestartet – teilweise unter Einsatz von KI, um Anträge effizienter zu überprüfen.
Das "MISSIMO"-Projekt hat bereits betrügerische Zahlungen gestoppt und Rückforderungen ausgelöst. Mit der Ausweitung des Systems erwarten die Behörden, weitere Gelder zurückzuholen und Fehlleistungen zu reduzieren. Der betrügerische Bezug von Kindergeld bleibt in Deutschland eine Straftat und wird als Steuerhinterziehung geahndet.
