Duisburg startet weltweit erste Anlage für klimaneutrale synthetische Kraftstoffe
Dimitri EigenwilligDuisburg startet weltweit erste Anlage für klimaneutrale synthetische Kraftstoffe
In Duisburg ist offiziell eine neue Anlage zur Herstellung klimaneutraler synthetischer Kraftstoffe in Betrieb genommen worden. Die von der Greenlyte Carbon Technologies GmbH entwickelte Produktion nutzt ein innovatives Verfahren, um CO₂ direkt aus der Luft zu filtern und gleichzeitig Wasserstoff zu erzeugen. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen bezeichnete die Inbetriebnahme bei der Eröffnung als einen "wichtigen Meilenstein für die Energiewende der Region".
Die Anlage ist am Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) der Universität Duisburg-Essen angesiedelt und baut auf Forschungsarbeiten der Hochschule sowie der RWTH Aachen auf. Im Fokus stehen synthetische Kraftstoffe für die Luftfahrt, Schifffahrt und die Schwerindustrie. Das Verfahren kombiniert die direkte CO₂-Abscheidung aus der Atmosphäre mit der Wasserstoffherstellung – mit dem Ziel, klimaneutrale Alternativen zu fossilen Brennstoffen zu schaffen.
Das Projekt wird vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union finanziell gefördert. Bei der Eröffnung lobte Oberbürgermeister Kufen Greenlyte-Geschäftsführer Florian Hildebrand für seinen Einsatz bei der Vorantreibung der Innovation. Zudem verwies er auf den Essener Wasserstoff- und Energiebeirat, der lokale Unternehmen und Institutionen der Energiewirtschaft vernetzt. Das 2022 gegründete Unternehmen Greenlyte spezialisiert sich auf die energieeffiziente Abscheidung von CO₂ und dessen Umwandlung in grüne Kraftstoffe wie synthetisches Erdgas, E-Methanol und E-Diesel. Die Duisburger Anlage ist die erste vollintegrierte Produktionsstätte ihrer Art weltweit – nach früheren Projekten wie einer Tankstelle in Marl.
Die neue LiquidSolar-SNG-Anlage nahm am 20. November 2025 ihren Betrieb auf. Ihre Technologie soll die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, indem sie synthetische Alternativen produziert. Das Vorhaben stärkt die Position Nordrhein-Westfalens als Standort für nachhaltige Energielösungen.
