Drogenkonsumraum in Oberbilk spaltet Düsseldorf: Eltern und Schulen protestieren gegen Standort
Hans-Günther KlappDrogenkonsumraum in Oberbilk spaltet Düsseldorf: Eltern und Schulen protestieren gegen Standort
Geplantes Drogenkonsumraum-Zentrum in Düsseldorfs Stadtteil Oberbilk stößt auf heftigen Widerstand
Ein geplanter Drogenkonsumraum im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk sorgt für massive Proteste bei Anwohnern, Eltern und nahegelegenen Schulen. Die Einrichtung, die in einem ehemaligen Wohngebäude in der Eisenstraße eröffnet werden soll, liegt in unmittelbarer Nähe zu zwei Schulen und Wohnhäusern – was Bedenken hinsichtlich Sicherheit und der Konfrontation von Kindern mit Drogenkonsum weckt.
Die Stadt beabsichtigt, das Gebäude in einen kontrollierten Raum umzuwandeln, in dem Drogenkonsumenten medizinische und soziale Unterstützung erhalten sollen. Sicherheitskräfte, Ordnungsamt und Polizei werden das Umfeld überwachen, um Dealen und öffentlichen Konsum in der Nähe zu verhindern. Zudem versprechen die Verantwortlichen bauliche Maßnahmen, um die Einblicke von außen zu begrenzen.
Eine Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit hinterließ bei vielen Teilnehmenden jedoch Frust: Fragen zu Abläufen im Alltag und Schutzvorkehrungen blieben unbeantwortet. Kritiker halten den Standort für ungeeignet – zwei Schulen bezeichneten das Vorhaben als "völlig inakzeptabel" wegen der Gefahr, dass Kinder mit drogenbezogenen Vorgängen konfrontiert werden. Eine Online-Petition gegen das Projekt hat inzwischen fast 1.900 Unterschriften gesammelt.
Befürworter des Konzepts, darunter Drogenhilfeorganisationen, betonen hingegen, dass eine zentrale Lage entscheidend für die Wirksamkeit sei. Die Stadt orientiert sich am "Zürcher Modell", das den Drogenkonsum aus öffentlichen Räumen in überwachte Einrichtungen verlagern soll. Allerdings stoßen ähnliche Projekte in Deutschland – wie etwa ein geplanter Konsumraum in Hannover – auf juristische Klagen und Verzögerungen wegen Bürgerprotesten.
Das Oberbilker Zentrum bleibt umstritten, während die Stadt an ihren Plänen festhält. Sollte es eröffnet werden, wäre es eine der ersten dezentralen Drogenhilfeeinrichtungen Deutschlands – trotz anhaltender Ablehnung. Die Behörden versichern erneut, durch strenge Sicherheits- und Betreuungsmaßnahmen die Sorgen der Anwohner auszuräumen.
