Dortmunds neuer Oberbürgermeister setzt auf Sicherheit und Bildung in ersten 100 Tagen
Veronique HänelDortmunder OB Kalouti: Bildung hat zentrale Bedeutung - Dortmunds neuer Oberbürgermeister setzt auf Sicherheit und Bildung in ersten 100 Tagen
Dortmunds neuer Oberbürgermeister Alexander Kalouti steht kurz vor seinem 100. Amtstag. Der CDU-Politiker, der in Beirut geboren wurde und in Süddeutschland aufgewachsen ist, ist der erste christdemokratische Bürgermeister der Stadt seit fast 80 Jahren. Zu seinen Schwerpunkten zählen die Stärkung der Sicherheit, die Verbesserung des Bildungssystems und die Förderung der lokalen Wirtschaft.
Nach den Kommunalwahlen im September 2025 setzt sich der Stadtrat nun aus 26 SPD-Sitzen, 23 CDU-Sitzen (inklusive des Oberbürgermeisters), jeweils 18 Sitzen für die Grünen/VOLT und die AfD sowie 10 Sitzen für die Linke/Tierschutzpartei zusammen. Kleinere Fraktionen wie FDP, BSW und Die PARTEI halten jeweils 2 bis 3 Sitze.
Kalouti hat deutlich gemacht, dass er nicht mit der rechtspopulistischen AfD zusammenarbeiten wird. Stattdessen setzt er auf die Kooperation mit anderen Parteien, um die Herausforderungen Dortmunds anzugehen. Sicherheit bleibt ein zentrales Anliegen – daher startete er ein einwöchiges Pilotprojekt mit verstärkten kommunalen Kontrollen und Polizeistreifen. Die Maßnahme stieß bei Anwohnern und lokalen Unternehmen auf positive Resonanz.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bildungspolitik. Kalouti betont die Bedeutung früher Förderung, insbesondere der Sprachentwicklung, um Kindern in der von Migration geprägten Stadt bessere Chancen zu ermöglichen. Allerdings führen Personalengpässe in Kitas zu vorübergehenden Schließungen, was manche Eltern ohne Betreuungsmöglichkeiten zurücklässt. Er erkennt das Problem an, besteht aber darauf, dass Investitionen in Schulen und frühkindliche Bildung entscheidend für Dortmunds Zukunft sind.
In wirtschaftlicher Hinsicht will Kalouti Unternehmer anziehen und das Geschäftsumfeld verbessern. Er lobt zwar Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen direkte Herangehensweise an Probleme, bedauert aber das Fehlen offener Debatten über städtische Herausforderungen. Sein eigener Ansatz basiert auf Fairness – Chancen sollen für alle bestehen, unabhängig von Herkunft oder Religion.
Kaloutis erste Amtsmonate haben klare Weichen für Dortmund gestellt: Sicherheitsmaßnahmen wurden erprobt, die Bildungspolitik bleibt im Fokus, und wirtschaftliches Wachstum ist ein erklärtes Ziel. Die Politik des neuen Oberbürgermeisters wird den Weg der Stadt in den kommenden Jahren prägen, auch wenn Herausforderungen wie Kita-Mangel und politische Gräben bestehen bleiben.
