24 January 2026, 05:00

Deutsche Banken uneins: Sollten sie Konten der AfD schließen oder nicht?

Eine alte Zeitungsanzeige für die Abilene National Bank, die ein zentrales Bild einer Person und Text über die Dienstleistungen der Bank zeigt.

Deutsche Banken uneins: Sollten sie Konten der AfD schließen oder nicht?

Deutsche Banken gehen unterschiedlich mit Konten um, die mit der rechtsextremen AfD in Verbindung stehen. Während einige Institute die Konten aus ideologischen Gründen geschlossen haben, bieten andere weiterhin ihre Dienstleistungen an – mit Verweis auf rechtliche Verpflichtungen oder individuelle Risikobewertungen. Die gespaltene Haltung zeigt, wie Finanzunternehmen ethische Bedenken mit regulatorischen Pflichten in Einklang bringen.

Die Frage hat eine Debatte ausgelöst, ob Banken Geschäfte mit als extremistisch eingestuften Parteien verweigern sollten – oder ob sie damit ihre Rolle in einer demokratischen Gesellschaft überschreiten.

Mehrere Genossenschaftsbanken haben kürzlich die Zusammenarbeit mit der AfD beendet. Die Verbundbank OWL brach die Beziehung ab und begründete dies mit einem Wertekonflikt zwischen der Partei und den genossenschaftlichen Prinzipien der Bank. Die Volksbank OWL und die Volksbank Ostwestfalen zogen nach und kündigten Konten von Orts- und Kreisverbänden der AfD.

In Nordrhein-Westfalen sah sich ein AfD-Kreisverband nach der Schließung seines ursprünglichen Kontos mit wiederholten Absagen konfrontiert. Deutsche Bank, Commerzbank und Targobank lehnten es ab, die Partei als Kundin aufzunehmen. Diese Schritte deuten darauf hin, dass einige Banken bereit sind, sich von als rechtsextrem eingestuften Gruppen zu distanzieren.

Doch nicht alle Institute verfolgen dieselbe Linie. Die Sparkassen, Deutschlands öffentliche Sparkassen, sind gesetzlich verpflichtet, jedem – unabhängig von der politischen Ausrichtung – ein Konto anzubieten. Zwar dürfen sie die Dienstleistung nicht verweigern, doch einige haben die Positionen der AfD öffentlich kritisiert. Andere Banken wie die Berliner Volksbank behandeln Kündigungen als Einzelfälle und berufen sich dabei auf Vertraulichkeitsregeln statt auf eine generelle Richtlinie.

Die AfD wehrt sich zudem gegen die Kontoschließungen. In einigen Fällen hat die Partei die Kündigungen erfolgreich vor Gericht angefochten und die Banken zur Wiederherstellung der Konten gezwungen. Dieser juristische Widerstand erschwert systematische Versuche, die AfD vom Finanzsystem auszuschließen.

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Die uneinheitliche Reaktion der Banken zeigt, dass es in der Branche keine klare Haltung zur Betreuung der AfD gibt. Institute, die die Zusammenarbeit beenden, führen oft ethische oder reputative Gründe an, während andere auf rechtliche Vorgaben oder den Datenschutz verweisen. Die Debatte darüber, wo Finanzinstitute die Grenze zwischen geschäftlichen Verpflichtungen und politischer Distanzierung ziehen sollten, dauert an. Das Ergebnis könnte prägend dafür sein, wie Banken künftig mit anderen umstrittenen Gruppen umgehen.