Cum-Ex-Skandal: Verfahren gegen Ex-Warburg-Chef Olearius eingestellt – doch der Kampf um Millionen geht weiter
Hiltrud BolnbachCum-Ex: Überprüfung beschlagnahmter mutmaßlicher krimineller Vermögenswerte des Bankers Olearius - Cum-Ex-Skandal: Verfahren gegen Ex-Warburg-Chef Olearius eingestellt – doch der Kampf um Millionen geht weiter
Strafverfahren gegen Christian Olearius, den ehemaligen geschäftsführenden Gesellschafter von M.M. Warburg & Co., sind endgültig eingestellt worden – aus gesundheitlichen Gründen. Der Fall drehte sich um seine mutmaßliche Rolle im Cum-Ex-Steuerskandal, einem der größten Finanzbetrugsfälle Deutschlands. Zwar wurden die Anklagepunkte fallengelassen, doch die juristischen Auseinandersetzungen um sein Vermögen gehen weiter.
Olearius war beschuldigt worden, zwischen 2001 und 2011 sogenannte Dividendenstripping-Geschäfte organisiert zu haben. Bei diesen Scheintransaktionen wurden Steuerlücken rund um den Dividendenstichtag ausgenutzt, wodurch illegale Steuererstattungen in Höhe von über 200 Millionen Euro generiert wurden. 2023 verurteilte ihn das Landgericht Bonn wegen schwerer Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe und einem Bußgeld von 90.000 Euro – ein Urteil, das er jedoch anfocht.
Der Bundesgerichtshof hob die Verurteilung später auf und ordnete eine Neuprüfung des Falls an. Nun treiben die Staatsanwälte die Einziehung von 40 Millionen Euro voran, die Olearius ihrem Ermessen nach durch die Machenschaften erwirtschaftet haben soll. Eine neue Verhandlung vor dem Bonner Landgericht wird entscheiden, ob die Beschlagnahmung durchgesetzt wird – Olearius selbst muss jedoch nicht erscheinen.
Der Skandal hat M.M. Warburg bereits über 150 Millionen Euro an Strafen gekostet und eine umfassende Umstrukturierung des Hauses ausgelöst. Trotz der eingestellten Ermittlungen bleibt Olearius' Beteiligung an den Cum-Ex-Geschäften – und damit die Frage nach seiner Schuld – rechtlich ungeklärt.
Die Einstellung des Strafverfahrens schließt zwar ein Kapitel im Cum-Ex-Komplex, doch der Streit um Olearius' Vermögen dauert an. Sollte das Gericht der Einziehung zustimmen, könnten 40 Millionen Euro aus seinem Besitz beschlagnahmt werden. Die langfristigen Folgen des Skandals prägen jedoch weiterhin die deutsche Finanzregulierung und Strafverfolgung.






