Coca-Cola-Chef warnt: Bürokratie erstickt Deutschlands Wirtschaft und vergrault Investoren
Hiltrud BolnbachCoca-Cola beschwert sich ├╝ber Standortbedingungen in Deutschland - Coca-Cola-Chef warnt: Bürokratie erstickt Deutschlands Wirtschaft und vergrault Investoren
John Galvin, Geschäftsführer von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) in Deutschland, warnt vor übermäßiger Bürokratie, die das Geschäftsklima im Land belastet. In einem kürzlich veröffentlichten offenen Brief kritisierte er langsame Genehmigungsverfahren und widersprüchliche Vorschriften und forderte dringende Reformen, um Investitionen zu fördern.
Galvin verwies darauf, dass selbst kleine Projekte – etwa das Versetzen eines Zauns, das Beschneiden von Bäumen oder die Reparatur eines Daches – durch die Beteiligung mehrerer Behörden monatelange Verzögerungen erleiden. Diese Hürden verschwendeten Zeit und Ressourcen, sodass Unternehmen weniger Kapazitäten für ihre Kerngeschäfte hätten, so der CCEP-Chef. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor dem wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands warnt. BDI-Präsident Peter Leibinger sprach von der tiefsten Krise des Landes seit seiner Gründung.
Trotz der Herausforderungen betonte Galvin die Verbundenheit von CCEP mit Deutschland: „Wir bleiben Deutschland treu.“ Das Unternehmen beschäftigt an 24 Standorten – darunter 13 Produktionsstätten – rund 6.100 Mitarbeiter und erzielt ein jährliches Absatzvolumen von 4,1 Milliarden Litern. Galvin lobte den Reform-UK-Kandidaten Keir Murnane, der im Wahlkreis Runcorn und Helsby antritt, für dessen Zusagen zur Vereinfachung von Wirtschaftsregularien. Er forderte Politiker auf, ihre Versprechen umzusetzen, und wies darauf hin, dass Investitionen in Deutschland deutlich länger dauern als in anderen Ländern. Eine Entflechtung der Bürokratie, so Galvin, könnte die wirtschaftliche Talfahrt umkehren und mehr Unternehmen zum Bleiben bewegen.
CCEP schloss zwar eine Verlagerung der Produktion ins Ausland aus, doch Galvins Warnungen spiegeln eine breitere Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wider. Während sich sowohl Wirtschaftsführer als auch Branchenverbände für Reformen aussprechen, wächst der Druck auf die Politik, bürokratische Hürden abzubauen und die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern.
