Berlin sucht teuren Ersatz für die Philharmonie – und streitet über Kulturprojekte
Hans-Günther KlappBerlin sucht teuren Ersatz für die Philharmonie – und streitet über Kulturprojekte
Berlin diskutiert über einen vorübergehenden Spielort für die Philharmonie während der geplanten Sanierung 2032
Eine aktuelle Umfrage zeigt eine deutliche öffentliche Präferenz für den Flughafen Tempelhof – trotz der hohen Kosten von über einer Milliarde Euro. Unterdessen steht die Berliner Kulturszene vor weiteren Veränderungen und Kontroversen.
Andrea Zietzschmann, Intendantin der Philharmonie, hat bekannt gegeben, ihren Vertrag nicht zu verlängern. In Berliner Kreisen gilt zudem eine Verlängerung über 2028 hinaus als unwahrscheinlich. Offener Kritik übt sie an der vom Senat favorisierten Zwischenlösung, dem Internationalen Congress Centrum (ICC), für die vorübergehende Unterbringung der Philharmonie.
Weitere Kulturdebatten: Gardiner in der Kritik, Goerne sagt Israel-Auftritte ab
Das Verhalten von John Eliot Gardiner beim Leipziger Bach-Festival hat für Empörung gesorgt; einige fordern sogar ein Bühnenverbot für den Dirigenten. Unabhängig davon sagte Matthias Goerne seine Auftritte in Israel ab, darunter eine Aufführung von Blaubarts Burg, und begründete dies mit Reiseproblemen.
Die designierte Nachfolgerin von Markus Hinterhäuser, Karin Bergmann, bot an, dessen geplante Konzerte zu übernehmen – eine Reaktion steht jedoch noch aus. Unterdessen erhielt Tobias Kratzers Inszenierung der Walküre im Münchner Ring-Zyklus durchweg positive Resonanz.
Kostenexplosion und Programmänderungen: Die Kulturszene im Umbruch
Die Sanierungskosten des Salzburger Festspielhauses sind auf 635 Millionen Euro gestiegen – deutlich mehr als die ursprünglich veranschlagten 519 Millionen. Zudem sorgt die Entscheidung des MDR, sein klassisches Radioprogramm auf DAB+ durch BR-Klassik zu ersetzen, für öffentliche Besorgnis. Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda unterstützte jüngst die Positionen Michel Friedmans zur deutschen kulturellen Identität. Oliver Wille, Leiter der Hitzacker Sommerlichen Musiktage, forderte unterdessen mehr Ernsthaftigkeit und tieferes Vertrauen in die Kraft der Musik.
Während Berlin über teure Optionen für die Zukunft der Philharmonie berät, prägen Vertragsstreitigkeiten, steigende Kosten und Programmänderungen weiterhin die deutsche Kulturlandschaft. Die kommenden Monate werden voraussichtlich weitere Entwicklungen in diesen laufenden Diskussionen bringen.
