27 March 2026, 18:31

Bergisch Gladbach kämpft um seine wirtschaftliche Zukunft vor dem Kollaps

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" fordert.

Bergisch Gladbach kämpft um seine wirtschaftliche Zukunft vor dem Kollaps

Bergisch Gladbach steht vor schweren wirtschaftlichen Herausforderungen, da die Deindustrialisierung rasant voranschreitet. Bereits im Februar 2026 warnten lokale Verantwortliche vor massiven Arbeitsplatzverlusten und einer angespannten Haushaltslage. Der städtische Etat weist mittlerweile ein Defizit von knapp 50 Millionen Euro auf – Unternehmen kämpfen mit steigenden Kosten und wachsendem regulatorischem Druck.

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Die Krise trifft vor allem Schlüsselsektoren hart. Die traditionsreiche Zanders-Papierfabrik, die seit 200 Jahren bestand, musste nach einer Forderung von 7 Millionen Euro für CO₂-Zertifikate schließen. Damit gingen 380 Arbeitsplätze verloren, und eine jahrhundertelange lokale Tradition endete. Auch der Dämmstoffhersteller Isover stellte wegen der Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes die Produktion ein – weitere 160 Stellen fielen weg.

Bereits Anfang 2025 planten 38 Prozent der Industriebetriebe im Kreis Arbeitsplatzabbau. Zwar liegen für Bergisch Gladbach keine genauen Zahlen zu den Jobverlusten vor, doch regionale Daten – wie die tausenden Entlassungen im Münsterland – unterstreichen den bundesweiten Trend. Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, sprach von einer "unaufhaltsamen Deindustrialisierung".

Auch die finanziellen Aussichten der Stadt sind düster. Die Hebesätze liegen mittlerweile über dem Durchschnitt Nordrhein-Westfalens, doch die prognostizierten Gewerbesteuereinnahmen für 2026 wirken übertrieben optimistisch. Angesichts steigender Unternehmenspleiten und drohender Entlassungen zweifelt der Stadtkämmerer daran, dass Bergisch Gladbach bis 2027 eine Insolvenz abwenden kann. Gleichzeitig belasten höhere Steuern die Bürger zusätzlich.

Hinzu kommen infrastrukturelle Versäumnisse. Trotz eines eigenen Klimaschutzbudgets konnten Überschwemmungen wie die Katastrophe 2021 im Strundepark nicht verhindert werden.

Mit einem Haushaltsdefizit von fast 50 Millionen Euro im Jahr 2026 und kaum Anzeichen für eine Besserung steckt Bergisch Gladbach in einer prekären Lage. Arbeitsplatzverluste, regulatorische Kosten und unrealistische Einnahmeprognosen haben die Stadt an den Rand des Abgrunds gebracht. Ohne Gegenmaßnahmen werden sich die wirtschaftlichen und ökologischen Probleme weiter verschärfen.

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