16 April 2026, 06:29

Bayer zu 185 Millionen Dollar Schadensersatz wegen PCB-Vergiftung verurteilt

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Bayer zu 185 Millionen Dollar Schadensersatz wegen PCB-Vergiftung verurteilt

Bayer muss 185 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen: Urteil in PCB-Vergiftungsfall an Schule in Washington

Das Oberste Gericht des Bundesstaates Washington hat den Chemiekonzern Bayer zur Zahlung von 185 Millionen Dollar Schadensersatz verurteilt – wegen der Belastung mit giftigen Polychlorierten Biphenylen (PCB) an einer Schule in Monroe. Das Urteil folgt auf eine Klage von drei Lehrkräften, die aufgrund der Chemikalienbelastung am Sky Valley Education Center Hirnschäden erlitten haben sollen. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen mit anhaltenden Rechtsstreitigkeiten und wachsendem Druck der Aktionäre wegen seiner finanziellen Entwicklung konfrontiert.

Der Fall begann, als drei Lehrkräfte der Bildungseinrichtung Sky Valley Education Center Bayer wegen gesundheitlicher Folgen durch PCB-Kontakt verklagten. Das Gericht sprach dem Unternehmen eine Mitschuld zu – obwohl die Chemikalie in den USA bereits seit 1977 verboten ist. Bayer, das 2018 den Agrarchemiekonzern Monsanto übernahm, erbte damit auch die juristische Verantwortung für dessen frühere PCB-Produktion.

Mittlerweile hat Bayer eine grundsätzliche Einigung in den meisten Sky Valley-Fällen erzielt, die genauen Bedingungen bleiben jedoch vertraulich. Doch der Fall Erickson sowie acht anhängige Berufungen sind noch nicht geklärt. Mehr als 200 Schüler:innen, Mitarbeiter:innen und Eltern behaupten weiterhin, unter gesundheitlichen Spätfolgen durch die PCB-Belastung an der gleichen Schule zu leiden.

Das Unternehmen wehrt sich gegen das Urteil und argumentiert, die richterliche Bewertung diskriminiere auswärtige Unternehmen unfair und verstoße gegen die Verfassung der USA. Gleichzeitig verklagt Monsanto – nun als Teil von Bayer – ehemalige PCB-Kunden im Bundesstaat Missouri und verlangt von ihnen, sich an den steigenden Prozesskosten zu beteiligen.

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Auch finanziell gerät Bayer zunehmend unter Druck. Die jüngsten Geschäftszahlen deuten darauf hin, dass Aktionäre dringend Maßnahmen fordern, während die Aktienperformance unter der Last der rechtlichen und finanziellen Belastungen leidet.

Die Schadensersatzzahlung in Höhe von 185 Millionen Dollar zählt zu den höchsten Strafen in PCB-Zusammenhang der letzten Jahre. Mit acht noch ausstehenden Berufungsverfahren und weiteren Klagen, die Monsanto einreicht, sind Bayers juristische Herausforderungen jedoch längst nicht beendet. Die Ergebnisse dieser Verfahren könnten die finanzielle Stabilität und die Rechtsstrategie des Konzerns weiter beeinflussen.

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