Aktivistin veröffentlicht umstrittene Gedichte des Kulturministers – und entfacht Debatte
Dimitri EigenwilligAktivistin veröffentlicht umstrittene Gedichte des Kulturministers – und entfacht Debatte
Die Aktivistin Martha Root hat den Debütgedichtband Kopfpilz des Kulturministers Wolfram Weimer der Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht. Sie stellte eine digitalisierte Version auf Archive.org ein und übergab ein physisches Exemplar an die Deutsche Nationalbibliothek. Roots Handlung ist Teil einer grundsätzlichen Debatte über kulturelle Werte und kein persönlicher Angriff auf Weimer.
Weimer veröffentlichte Kopfpilz 1986 im Alter von 22 Jahren im Selbstverlag. Die Sammlung enthält Gedichte, in denen Root Themen sexualisierter Gewalt erkennt – Inhalte, die sie für einen amtierenden Kulturminister als unangemessen ansieht.
Zudem versteigerte Root ein gedrucktes Exemplar des Bandes, um Spenden für die Leseförderinitiative Lesen Hilft zu sammeln. Ihre Aktion folgt einer öffentlichen Diskussion über Weimers frühe Werke, die zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt, nachdem der Satiriker Jan Böhmermann die Gedichtsammlung in der Sendung ZDF Magazin Royal thematisiert hatte. Weimers Anwalt reagierte mit einem Schreiben an Böhmermann.
Bekannt wurde Root unter anderem durch ihre Aktionen wie die Infiltration der rechtsextremen Dating-Plattform White Date während des Chaos Communication Congress im Dezember 2022.
Der Gedichtband ist nun über die Deutsche Nationalbibliothek und Archive.org für alle einsehbar. Roots Engagement hat Weimers frühe Texte erneut in den Fokus gerückt. Die Erlöse der Versteigerung kommen Leseförderprogrammen zugute, während die inhaltliche Debatte über das Werk weitergeht.






