04 February 2026, 21:23

AfD-Machtkampf in NRW: Jacobi und Zaum fordern Vincentz gemeinsam heraus

Ein Mann und eine Frau stehen auf einem Papier mit Wörtern und Zahlen, vor einer Menge, wobei der Mann einen Stock hält.

AfD-Machtkampf in NRW: Jacobi und Zaum fordern Vincentz gemeinsam heraus

Zwei Bundestagsabgeordnete der AfD, Fabian Jacobi und Christian Zaum, stellen sich gegen Martin Vincentz im Kampf um den Parteivorsitz in Nordrhein-Westfalen. Das Duo kandidiert als gemeinsames Ticket bei der Wahl im März 2026. Ihr Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender innerparteilicher Streitigkeiten.

Der Landesverband ist seit Langem von internen Machtkämpfen geprägt, wobei Kritiker Vincentz vorwerfen, in Personalentscheidungen inkonsistent zu agieren. Jacobi und Zaum haben bereits Rückhalt von zentralen Gegnern des amtierenden Vorsitzenden gewonnen, darunter der rechtsextreme Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich sowie Vincentz' eigene Stellvertreter in der Landtagsfraktion.

Jacobi gilt seit jeher als umstrittene Figur innerhalb der AfD. Ihm wurde eine Mitschuld an der Nichtzulassung der Partei zur Bremer Senatswahl 2023 gegeben, nachdem interne Konflikte eskaliert waren. Trotz dieser Vorgeschichte gewinnt sein Bündnis mit Zaum bei jenen an Zuspruch, die Vincentz absetzen wollen.

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Zaum selbst steht ebenfalls in der Kritik. Gegen ihn wurde bereits ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet, nachdem er vorgeworfen bekam, Neumitglieder blockiert zu haben, um den Einfluss seiner innerparteilichen Gruppierung zu sichern. Kritiker warfen ihm vor, die Mitgliederwerbung manipuliert zu haben, um günstige Mehrheiten zu erhalten.

Auch Vincentz' Führung steht in der Kritik, insbesondere wegen seines Umgangs mit dem Fall Klaus Esser. Gegner werfen ihm vor, in disziplinarischen Fragen mit zweierlei Maß zu messen, was die Spaltung der Partei weiter vertieft. Die anstehende Abstimmung wird zeigen, ob Jacobi und Zaum diese Unzufriedenheit für sich nutzen können.

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, wie ihr Herausforderungsantrag die innerparteilichen Machtverhältnisse oder mögliche Koalitionsstrategien der AfD verändern könnte. Der Fokus liegt zunächst auf dem Führungsstreit selbst.

Die Wahl im März 2026 wird entscheiden, ob Vincentz im Amt bleibt oder ob Jacobi und Zaum die Führung übernehmen. Ihr gemeinsames Ticket hat bereits Unterstützung von einflussreichen Parteimitgliedern erhalten, die mit der aktuellen Führung unzufrieden sind. Das Ergebnis könnte die internen Konflikte der AfD in Nordrhein-Westfalen entweder entschärfen – oder weiter anheizen.