20 December 2025, 18:04

AfD: Keine Fingerkr"{u}mmchen f"{u}r die BRD

Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer Kriegszene mit Text "{u ber} der Illustration.

AfD: Keine Fingerkr"{u}mmchen f"{u}r die BRD

AfD: Kein Fingerkrümmen für die BRD

Teaser: Seit der Abstimmung über das Wehrdienstmodernisierungsgesetz gibt es in der AfD Streit über das Verhältnis der Partei zum Militär. Ein Bundestagsabgeordneter erhielt einen Verweis – weil er Björn Höcke kritisiert hatte.

Artikeltext: Ein erbitterter innerparteilicher Konflikt ist in der AfD über die deutsche Sicherheitspolitik ausgebrochen. Die Ablehnung eines Modernisierungsgesetzes für die Bundeswehr hat tiefe Gräben zwischen den Parteiflügeln aufgedeckt. Streit gibt es nun über nationale Pflicht, die Rolle der Streitkräfte und die Frage, was es überhaupt bedeutet, Deutschland zu verteidigen.

Ausgelöst wurde der Streit durch die AfD-Abstimmung gegen ein Gesetz zur Modernisierung des Wehrdienstes. Diese Entscheidung verärgerte viele ehemalige Soldaten und löste öffentliche Auseinandersetzungen zwischen Parteimitgliedern aus.

Der AfD-Abgeordnete Rüdiger Lucassen kritisierte Björn Höcke öffentlich, nachdem dieser erklärt hatte, Deutschland sei es nicht mehr wert, dafür zu kämpfen. Höcke konterte, er werde „für das Fortbestehen Deutschlands kämpfen und sterben“ – aber nicht für die Bundeswehr in ihrer heutigen Form. Lucassens Äußerungen führten zu einem offiziellen Verweis durch seine eigene Fraktion.

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Der Konflikt offenbart zwei gegensätzliche Visionen innerhalb der Partei. Höcke und seine Anhänger aus dem „Neuen Rechten“ Lager ziehen eine scharfe Trennlinie zwischen dem deutschen Volk und dem demokratischen Staat, lehnen Loyalität zur Republik ab. Gleichzeitig treten Figuren wie Lucassen und Gerold Otten für eine starke Bundeswehr ein und suchen die Annäherung an die traditionelle CDU, selbst mit der Forderung nach Rückkehr zur Wehrpflicht.

Eine dritte Strömung, die sich um Götz Kubitschek und dessen Antaios-Verlagsnetzwerk formiert, setzt sich spätestens seit 2025 für die Wiedereinführung der Wehrpflicht ein. Aus ihrer Sicht ist der Wehrdienst essenziell für die Landesverteidigung, den kulturellen Zusammenhalt und die Vermittlung von Pflichtbewusstsein an junge Deutsche. Kubitscheks Gruppe deutet die Frage als Identitätsfrage und vertieft damit die Spaltung zwischen jenen, die institutionelle Reformen priorisieren, und jenen, die auf ideologische Konfrontation setzen.

Die AfD ringt nun mit grundsätzlichen Fragen: Was ist Deutschland? Wem gilt die Loyalität? Soll die Bundeswehr dem Staat oder einer übergeordneten nationalistischen Vision dienen? Mit offiziellen Verweisen und öffentlichen Beleidigungen bleibt die Verteidigungspolitik der Partei zersplittert. Das Ergebnis könnte nicht nur ihre politischen Bündnisse prägen, sondern auch ihre Anziehungskraft auf Wähler, die militärische Traditionen schätzen.