Adnoc-Tochter XRG übernimmt Covestro und stärkt globale Chemieambitionen
Hiltrud BolnbachArabischer Staatskonzern übernimmt Chemiefirma Covestro - Adnoc-Tochter XRG übernimmt Covestro und stärkt globale Chemieambitionen
Deutscher Chemiekonzern Covestro wird von Adnoc-Tochter XRG übernommen
Der deutsche Chemiekonzern Covestro steht vor der Übernahme durch die Investmentsparte XRG des staatlichen Ölriesen Adnoc aus Abu Dhabi. Der Deal kommt nach monatelangen regulatorischen Prüfungen zustande und markiert eine bedeutende Wende für das Unternehmen. Covestro, bekannt für seine Hochleistungs-Kunststoffe, wird künftig unter dem Dach des emiratischen Staatskonzerns agieren.
Covestro hatte sich 2015 von Bayer abgespalten und entwickelte sich rasant zu einem führenden Anbieter von Spezialchemikalien. Seine Produkte kommen in Kühlschränken, Autositzen, Matratzen und medizinischen Anwendungen zum Einsatz. Durch Übernahmen, darunter Produktionsstandorte in den USA und Thailand, baute das Unternehmen seine globale Präsenz aus und strukturierte sich 2021 neu – mit Fokus auf Innovation und Nachhaltigkeit.
In den vergangenen Jahren sah sich Covestro jedoch mit Herausforderungen konfrontiert: hohe Energiekosten, Handelskonflikte und eine schwache Nachfrage belasteten das Geschäft. Im dritten Quartal 2023 brach der Umsatz um 12 Prozent ein – ein Spiegel der allgemeinen Wirtschaftsschwäche. Dennoch hielt das Unternehmen an Effizienz und Kundenorientierung fest und setzte sogar KI ein, um die Abläufe zu optimieren.
Die Übernahme durch XRG, die Investmenttochter von Adnoc, erhielt nach Zustimmung der deutschen und EU-Behörden nun grünes Licht. Covestro-Chef Markus Steilemann begrüßte den Deal und betonte, dieser werde Innovation fördern und die Kreislaufwirtschaft stärken. XRG strebt an, zu den drei größten Investoren der globalen Chemieindustrie aufzusteigen – die Übernahme festigt diese Ambitionen.
Die Transaktion soll in den kommenden Tagen abgeschlossen werden. Covestro, mit 17.500 Beschäftigten weltweit, steht damit vor einem neuen Kapitel unter neuer Führung. Der Wechsel erfolgt zu einer Zeit, in der das Unternehmen nach Stabilität in einem schwierigen Marktumfeld sucht – und gleichzeitig auf nachhaltiges Wachstum setzt.
