21 March 2026, 08:29

"ABC-Klassen" in NRW: Sprachförderung mit fragwürdiger Zukunft vor dem Start

Gruppe von Menschen auf einer Couch sitzend, einige halten Bücher und Stifte, mit 'International Education Week IEW 2016' Text in der Mitte, scheinbar in ein Gespräch vertieft.

"ABC-Klassen" in NRW: Sprachförderung mit fragwürdiger Zukunft vor dem Start

Neues Sprachfördermodell in Nordrhein-Westfalen: "ABC-Klassen" stoßen vor Start auf Kritik

Ein neues Vorhaben in Nordrhein-Westfalen, die sogenannten ABC-Klassen, steht noch vor dem geplanten Start im Schuljahr 2028/2029 in der Kritik. Das Programm zielt darauf ab, die Sprachkompetenz von Kindern frühzeitig zu stärken – doch es gibt Bedenken hinsichtlich der Umsetzbarkeit und möglicher Nachteile. Wichtige Akteure und lokale Politiker fordern nun eine Überarbeitung des Konzepts.

Das Modell der ABC-Klassen sieht gezielte Deutschförderung für Vorschulkinder vor. Bisher wurde es jedoch nirgends erprobt; lediglich das Saarland plant ab April 2026 ein eigenes Pilotprojekt mit einem anderen Ansatz. Dort sollen verpflichtende Sprachstandstests den Förderbedarf ermitteln, wobei ein zweistufiges Vorgehen gewählt wird.

Kritiker warnen, dass Kinder durch die Herausnahme aus ihrem gewohnten Kita-Umfeld in ihren Lernroutinen gestört werden könnten. Maja Wehrmann betonte, dass die Trennung von vertrauten Gruppen zu Stigmatisierung führen könne. Jessica Schliewe ergänzte, dass Sprachentwicklung am besten in sicheren, vertrauten Umgebungen gelinge – dort, wo Kinder sich geborgen fühlen und in den Alltag eingebunden sind.

Lokale Politiker von CDU und Grünen unterstützen zwar das Ziel der frühen Sprachförderung, sehen im aktuellen Plan jedoch Schwächen. Sie argumentieren, dass das neue Modell Gefahr laufe, ein Parallelsystem zu schaffen, statt die bestehenden Kita-Strukturen zu stärken. Simone Lammert bezeichnete dies als strukturelles Problem und fragte, wie die ABC-Klassen in die bestehenden Systeme integriert werden sollen.

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In Solingen setzen sich CDU- und Grünen-Vertreter für eine bessere Abstimmung zwischen Land und Kommunen ein. Sie plädieren dafür, die bestehende Sprachförderung in Kitas auszubauen, statt ungetestete Modelle einzuführen. Auch das Kommunale Integrationszentrum äußerte Unsicherheit, wie das neue System in die lokale Planung passe.

Die Debatte um die ABC-Klassen spiegelt eine grundsätzliche Frage wider: Wie lassen sich Innovation und Praxistauglichkeit in der frühen Bildung in Einklang bringen? Ohne klare Integrationspläne könnte die Initiative schwerlich lokale Unterstützung finden. Derweil mehren sich die Forderungen nach einer Überarbeitung des Konzepts und einer engeren Zusammenarbeit zwischen Landes- und Kommunalbehörden.

Quelle