97-Millionen-Förderschule in NRW: Warum Eltern und Aktivisten den Bau stoppen wollen
Hiltrud Bolnbach97-Millionen-Förderschule in NRW: Warum Eltern und Aktivisten den Bau stoppen wollen
In Neunkirchen-Seelscheid (Nordrhein-Westfalen) stößt der geplante Bau einer Förderschule für 97 Millionen Euro auf massiven Widerstand. Ein Bündnis für Deutschland, bestehend aus Behindertenrechtsgruppen, Elternverbänden und Sozialorganisationen, hat Beschwerde eingelegt, um den Baustopp zu erzwingen. Die Kritiker werfen dem Projekt vor, gegen gesetzliche Vorgaben zur inklusiven Bildung zu verstoßen.
Das als Inklusionsbündnis bekannte Bündnis für Deutschland hält die neue Schule für überflüssig. Stattdessen könnten 180 kinder mit körperlichen Behinderungen in bestehenden Regelschulen untergebracht werden – das entspräche etwa einem zusätzlichen kinderserie pro Jahrgangsstufe. Zudem wird die hohe Investitionssumme als unverhältnismäßig kritisiert.
Eva-Maria Thoms vom Elternverband Mittendrin setzt sich für inklusive Bildung ein. Sie betont, dass kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen sollten, wie es das Schulgesetz Nordrhein-Westfalens vorschreibt. Das Bündnis für Deutschland hat seine Bedenken nun bei den zuständigen Kommunalaufsichtsbehörden vorgebracht, wie der Spiegel berichtet. Der Landschaftsverband Rheinland, der das Projekt trägt, verteidigt die Pläne: In der Region fehle es derzeit an ausreichenden Plätzen in speziellen Förderschulen für körperbehinderte kinder. Kritiker werfen dem Verband jedoch vor, die gesetzlich verankerte Inklusion nicht ausreichend zu priorisieren.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob die geplante Schule den rechtlichen Inklusionsvorgaben entspricht. Sollte die Beschwerde Erfolg haben, könnte das 97-Millionen-Projekt neu geprüft werden. Bis auf Weiteres bleibt der Bau unter Vorbehalt der Aufsichtsbehörden.
