150 Jahre Tradition: Bottrops Schützenverein feiert mit einzigartiger Jubiläumsausstellung
Dimitri Eigenwillig150 Jahre Tradition: Bottrops Schützenverein feiert mit einzigartiger Jubiläumsausstellung
Bottrops Historischer Bürgerschützenverein feiert 2023 sein 150-jähriges Jubiläum. Die runde Zahl wird mit einer Sonderausstellung unter dem Titel „Neue Kraft aus alten Wurzeln“ gewürdigt, die nun im August-Everding-Kulturzentrum zu sehen ist. Die Schau zeichnet die lange Geschichte des Vereins nach – von seiner Gründung im Jahr 1876 bis zu seiner Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Alte Allgemeine Bürgerschützengesellschaft Bottrop wurde am 9. Juli 1876 ins Leben gerufen. Aus ihr entwickelte sich eine Gemeinschaft von rund 650 Mitgliedern, die in drei Kompanien organisiert waren. Eine ihrer ungewöhnlichsten Traditionen ist die Mützentaufe: Dabei wird eine Mütze in Bier getränkt, in Form gebracht und einem neuen Mitglied feierlich auf den Kopf gesetzt – als offizieller Willkommensritus.
Das letzte Schützenfest des Vereins fand 1937 statt, bevor die Nationalsozialisten seine Aktivitäten verboten. Nach Kriegsende gründeten die Mitglieder die Gemeinschaft 1947 neu und krönten 1954 erstmals ein Königspaar. Die Jubiläumsausstellung, die noch bis zum 21. März zu sehen ist, präsentiert Infotafeln, historische Exponate und einen Dokumentarfilm. Für die Recherche durchforsteten die Verantwortlichen alte Zeitungen, Stadtarchive und private Sammlungen, darunter Fotos von Ernst Günther Schweizer und seinen Töchtern. Die offizielle Eröffnung durch Bürgermeister Matthias Buschfeld erfolgt am 16. Januar.
Die Ausstellung bietet einen detaillierten Einblick in die Vergangenheit des Vereins – von seinen Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur Wiederbelebung nach 1945. Bis zum Ausstellungsende Ende März können Besucher die Traditionen, Herausforderungen und die gesellschaftliche Rolle des Schützenvereins erkunden. Die Schau zeigt, wie sich die Gemeinschaft über 150 Jahre hinweg ihre Identität bewahrt hat.
