Willich verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – doch Kita-Gebühren sorgen für Ärger
Hans-Günther KlappWillich verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – doch Kita-Gebühren sorgen für Ärger
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt 2026 in Rekordzeit verabschiedet – alle Fraktionen stimmten den zentralen finanziellen Maßnahmen zu. Die Sitzung dauerte weniger als zwei Stunden, und der Haushalt tritt im Juli rechtlich in Kraft. Dennoch sorgen die Beschlüsse zu Kita-Gebühren und Kostenanpassungen für Verärgerung bei Eltern und Diskussionen in den Ausschüssen.
Der Haushalt wurde einstimmig nach einer zügigen Debatte angenommen, wobei jede Fraktion auf fünfminütige Stellungnahmen beschränkt war. Trotz der effizienten Abstimmung gab es Spannungen um die Kosten für die Kinderbetreuung. Mit Mehrheit beschloss der Rat, die jährliche Gebührenanpassung von zwei auf drei Prozent zu erhöhen – und diese Erhöhung dauerhaft festzuschreiben. Zusammen mit der Abschaffung der ermäßigten Geschwistergebühren zog dieser Schritt Kritik auf sich.
Eltern in Willich hatten bereits zuvor Bedenken wegen steigender Betreuungskosten geäußert. Ihre Sorgen verstärkten sich, nachdem der Jugendhilfeausschuss sowohl die Geschwisterregelung als auch die höhere jährliche Kostenanpassung abgelehnt hatte. Aktuell zahlen nur 24 Prozent der Kinder in den städtischen Kitas Gebühren, da die meisten Anspruch auf Befreiungen haben.
Die SPD unterstützte den Haushalt, warnte jedoch vor Kürzungen, die Familien zusätzlich belasten könnten. Stattdessen schlug sie vor, nicht zwingend notwendige Ausgaben zu streichen. Die Fraktion der Grünen wies unterdessen auf die prekäre Haushaltslage der Stadt hin und betonte die Dringlichkeit von Maßnahmen. Die SPD begrüßte zwar die Bauturbo-Initiative für bezahlbaren Wohnraum, kritisierte aber die Streichung des Deutschlandtickets für anspruchsberechtigte Studierende.
Der Haushalt 2026 soll nun im Juli in Kraft treten – ein seltener Fall von fraktionsübergreifendem Konsens. Die Kita-Gebühren steigen künftig jährlich um drei Prozent, und die Geschwisterermäßigungen bleiben abgeschafft. Eltern und Ausschüsse zeigen sich weiterhin besorgt über die finanziellen Folgen für die Haushalte.






