Willich plant Kürzung der Geschwisterrabatte – Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren
Veronique HänelWillich plant Kürzung der Geschwisterrabatte – Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren
Eltern in Willich protestieren gegen geplante Änderungen bei den Kinderbetreuungsgebühren. Die Stadt plant, Geschwisterrabatte zu kürzen und strengere Gebührenanpassungen einzuführen. Die Verwaltung begründet die Maßnahmen mit der Notwendigkeit, die finanzielle Belastung zu verringern – doch viele Familien befürchten, dass die Änderungen zu ungerechten Zusatzkosten führen.
Im Mittelpunkt der Debatte stehen zwei zentrale Bereiche: die Gebühren für die Offene Ganztagsschule (OGS) und die Kita-Beiträge. Bei der OGS soll der Rabatt für das erste Geschwisterkind von bisher 100 Prozent auf 60 bis 70 Prozent sinken, während weitere Geschwister weiterhin befreit bleiben. Bei den Kita-Gebühren würde der Nachlass für das erste Geschwisterkind auf 75 bis 80 Prozent reduziert, zusätzliche Geschwister wären aber weiterhin komplett befreit. Zudem sollen jährliche Gebührenerhöhungen auf maximal drei Prozent begrenzt werden.
Durch die Kürzung der Geschwisterermäßigungen erhofft sich die Stadt Einsparungen in Höhe von 500.000 Euro, weitere 100.000 Euro sollen durch die Deckelung der Gebührensteigerungen eingespart werden. Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass die Geschwisterrabatte nicht vollständig gestrichen, sondern lediglich angepasst würden. Zudem verwies er auf die Einführung einer dynamischen Gebührenanpassung als Teil der Überprüfung.
Der Widerstand formiert sich bereits: Eine Elternpetition macht die Runde, und der Jugendhilfeausschuss-Elternbeirat (JAEB) lehnt die Pläne ab – sie seien eine zusätzliche Belastung für Familien. Auch die SPD-Fraktion übt Kritik und schlägt vor, stattdessen 115.000 Euro an anderer Stelle einzusparen, anstatt die Eltern zu belasten.
Willich ist mit solchen Plänen nicht allein: Nachbargemeinden wie Nettetal und Kempen erheben bereits durchgehend 50 Prozent der Gebühren für Geschwisterkinder in allen Betreuungsformen. Die angespannte Haushaltslage der Stadt hat eine umfassendere Kostenprüfung ausgelöst, wobei Personalmangel und Schließungen von Einrichtungen die Spannungen zusätzlich verschärfen.
Die Vorschläge werden weiterhin beraten, eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Falls die Änderungen beschlossen werden, sollen sie im kommenden Jahr in Kraft treten. Familien und politische Gruppen fordern weiterhin einen faireren Weg, um den Haushalt auszugleichen.






