12 March 2026, 08:28

"Was ist los mit Karsten?" – wie ein Sturz zum Internetphänomen wurde

Ein Collage von sechs lächelnden Individuen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien mit dem Text "Die Zukunft der Gesundheit beginnt bei Ihnen" oben angezeigt.

"Was ist los mit Karsten?" – wie ein Sturz zum Internetphänomen wurde

Karsten Wöllner, der Mann hinter dem viralen Meme "Was ist los mit Karsten?", hat in einem neuen YouTube-Video seine Gedanken zu dem Vorfall geteilt. Die Szene, die 2007 erstmals in der TV-Serie Wildes Wohnzimmer ausgestrahlt wurde, machte ihn Jahre später zu einem Internetphänomen. Nun blickt er auf den unerwarteten Ruhm und die damit verbundenen Herausforderungen zurück.

Der ursprüngliche Moment ereignete sich während der Dreharbeiten zu Wildes Wohnzimmer im Jahr 2007. Als Wöllner in seinem Wohnzimmer lief, prallte er gegen eine Wand und stürzte. Die Szene wurde später gesendet, doch er wünschte, das Team hätte in der synchronisierten Fassung seine Situation erklärt: Er hatte einen Unterzucker aufgrund seiner Diabetes-Erkrankung.

Ab 2019 tauchte der Clip wieder auf und verbreitete sich rasant in den sozialen Medien. Zitate wie "Ich bin der Karsten!" wurden kultig und machten auf TikTok, Twitter und Instagram die Runde. Zwischen 2020 und 2022 erreichte der Meme seinen Höhepunkt mit Millionen von Aufrufen – aus anfänglicher Belustigung wurde eine nostalgische kulturelle Referenz. Die Szene fand Eingang in Comedy-Sketche, Werbespots und Fan-Kunst und inspirierte sogar Trends wie die #KarstenChallenge. Obwohl die Welle nach 2023 abebbte, hielten gelegentliche Remixe die Erinnerung wach.

Wöllner gab zu, dass ihn der Meme zunächst frustrierte – besonders, als Schüler die Szene nachstellten und eine Gruppe vorgab, Anwälte zu sein, die die Löschung des Videos forderten. Trotz der Belästigungen akzeptierte er schließlich, dass der Clip nicht mehr zu entfernen war: Juristische Schritte wären teuer und aussichtslos gewesen. Das Filmteam hatte ihm damals sofort nach dem Sturz geholfen und dafür gesorgt, dass er etwas aß, um seinen Blutzucker zu stabilisieren.

Rückblickend bedauerte Wöllner, die Reichweite des Memes nicht genutzt zu haben, um über Diabetes aufzuklären. Er ist überzeugt, dass der virale Moment hätte genutzt werden können, um über die Krankheit und ihre Folgen zu informieren.

Wöllners Geschichte zeigt, wie ein kurzer, unbeabsichtigter Augenblick im Netz ein Eigenleben entwickeln kann. Der Meme brachte ihm unerwartete Bekanntheit – aber auch Herausforderungen, mit denen er nie gerechnet hätte. Seine Erfahrung ist ein Beispiel dafür, wie schnell sich digitale Inhalte verbreiten – und wie schwer sie sich danach noch kontrollieren lassen.

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