Warendorf führt 15-Euro-Gebühr für Wohnmobile am Emssee ein – Stammgäste protestieren
Hans-Günther KlappWarendorf führt 15-Euro-Gebühr für Wohnmobile am Emssee ein – Stammgäste protestieren
Warendorf führt 15 Euro Tagesgebühr für Wohnmobilstellplätze am Emssee ein – Stammgäste zeigen sich verärgert
Ab diesem Frühjahr wird Warendorf von Wohnmobilbesuchern am Emssee eine Tagesgebühr von 15 Euro erheben. Die im vergangenen Herbst beschlossene Erhöhung sorgt vor allem bei langjährigen Campern für Unmut. Ein Stammgast, der den Platz seit zwei Jahrzehnten nutzt, bezeichnet die Preiserhöhung als ungerecht.
Der Stadtrat stimmte im Herbst 2023 einstimmig für die Einführung der täglichen Gebühr. Der Vorschlag kam von der CDU; die Verantwortlichen begründeten die Maßnahme mit der attraktiven Seelage und der guten Ausstattung des Platzes, die den Preis rechtfertigten. Die Einnahmen sollen in Modernisierungen fließen, darunter neue Stromsäulen und Parkuhren.
Günter Brossat, ein 83-jähriger Camper aus Unna, verbringt seit 20 Jahren seine Freizeit am Emssee. Für ihn ist die Gebühr ein "Vertrauensbruch". Er warnt, dass viele Stammgäste dem Platz nun fernbleiben würden. Andere Besucher äußerten ähnliche Bedenken; einige kündigten an, künftig andere Standorte aufzusuchen.
Als Alternative schlägt die Stadt den Platz Wiesengrund vor, wo die Gebühren niedriger sind, die Ausstattung jedoch weniger komfortabel ausfällt. Der Emssee bleibt jedoch der einzige Standort mit vollem Service, einschließlich Strom- und Wasseranschlüssen. Offizielle Unterlagen bestätigen 20 Wohnmobilstellplätze auf der Linnenwiese, eine vollständige Übersicht aller städtischen Plätze liegt jedoch nicht vor.
Die 15-Euro-Gebühr tritt in diesem Frühjahr in Kraft und soll die geplanten Aufwertungen am Emssee finanzieren. Unzufriedene Camper könnten auf günstigere, aber schlechter ausgestattete Alternativen ausweichen. Die Stadt betont, dass der Preis die Qualität des Platzes und die Kosten für dessen Instandhaltung widerspiegle.