Stillgelegte Bahnstrecke Bocholt–Münster könnte bald wieder Züge sehen
Veronique HänelStillgelegte Bahnstrecke Bocholt–Münster könnte bald wieder Züge sehen
Eine seit langem stillgelegte Bahnstrecke in Nordrhein-Westfalen könnte bald neues Leben einhauchen erhalten. Die Strecke Bocholt–Münster, einst als unwirtschaftlich eingestuft, wird nun von Verkehrsplanern neu bewertet. Befürworter argumentieren, dass die Wiederinbetriebnahme schnellere und häufigere Zugverbindungen für ländliche Gemeinden bringen könnte – bei gleichzeitig sinkenden Kosten und Emissionen.
Frühere Studien hatten die Strecke wegen zu hoher Kosten verworfen; die tägliche Fahrgastzahl wurde damals auf etwa 7.000 geschätzt. Aktualisierte Untersuchungen deuten jedoch nun darauf hin, dass die Verbindung wirtschaftlich tragfähig sein könnte. Die Züge könnten schneller und in kürzeren Abständen verkehren als zunächst angenommen, was die Anbindung zwischen Bocholt, Borken, Coesfeld und Münster deutlich verbessern würde.
Der Verkehrsverbund Westfalen-Lippe steht unter Druck, die Planung zu beschleunigen. Unterstützer betonen das Potenzial des Projekts, die Mobilität im ländlichen Raum zu stärken und die Abhängigkeit vom Auto zu verringern. Eine Teil-Elektrifizierung ist vorgesehen, wobei auf Abschnitten ohne Oberleitungen wahrscheinlich batteriebetriebene Züge zum Einsatz kämen.
Trotz des Optimismus bleiben Herausforderungen: Das Vorhaben muss sich um Fördergelder gegen andere Infrastrukturprojekte durchsetzen. Haushaltsengpässe könnten die Pläne weiterhin verzögern oder in ihrem Umfang beschneiden.
Bei einer Genehmigung würde die reaktivierte Strecke Städte wie Bocholt wieder mit Münster und dem weiteren Ruhrgebiet verbinden. Geringere als erwartete Kosten und ökologische Vorteile stärken die Argumentation für das Projekt. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den Verkehrsbehörden, die das Vorhaben gegen andere Prioritäten abwägen müssen.






