Meerbusch glänzt als Wirtschaftsstandort – doch Digitalisierung und Planung hinken hinterher
Hans-Günther KlappMeerbusch glänzt als Wirtschaftsstandort – doch Digitalisierung und Planung hinken hinterher
Meerbusch als starker Wirtschaftsstandort bewertet – aber mit Verbesserungspotenzial
In der jüngsten Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein schneidet Meerbusch als attraktiver Wirtschaftsstandort ab. Die alle fünf Jahre durchgeführte Studie bescheinigt der Stadt eine überdurchschnittliche Leistung im Vergleich zum Kreisdurchschnitt, doch Unternehmen weisen weiterhin auf Handlungsfelder hin. Über 130 lokale Betriebe mit rund 3.100 Beschäftigten beteiligten sich an der Umfrage.
Die IHK vergab an Meerbusch die Gesamtnote 2,41 (entspricht einer "gut bis befriedigend"), was besser ist als der Kreisdurchschnitt von 2,69. Besonders gelobt wurde die verkehrliche Anbindung der Stadt: Mit der Bestnote 1,98 bewerteten die Unternehmen die Straßen- und Schienenverbindungen. Zudem hob der Bericht die Einzelhandelskaufkraft von 128,3 hervor – ein Wert, der deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt.
Doch die Erhebung zeigt auch anhaltende Herausforderungen, vor allem bei der Digitalisierung. Kritik gab es an zähen Planungsverfahren, während die Unternehmen eine beschleunigte Modernisierung der öffentlichen Verwaltung forderten. Bürgermeister Christian Bommers nahm die Kritik auf und begrüßte die Empfehlungen der IHK.
Um das Wachstum zu sichern, sprach sich die IHK für eine schnellere Erweiterung des Gewerbegebiets Strümper Feld sowie den Ausbau der Kreisstraße 9n aus. Beide Projekte würden neue Gewerbeflächen erschließen und die wirtschaftliche Dynamik Meerbuschs stärken. Stand Juni 2024 zählte die Stadt 14.093 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – ein Anstieg um 52,4 Prozent seit 1999. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,3 Prozent und damit unter den Werten für Nordrhein-Westfalen und den Kreis.
Die IHK-Studie bestätigt Meerbusch als wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort mit starker Infrastruktur und hoher Kaufkraft. Doch Verzögerungen bei Digitalisierung und Planung bleiben zentrale Hürden. Nun liegt es an der Stadtführung, die notwendigen Reformen voranzutreiben – ohne die bisherigen Stärken aus den Augen zu verlieren.






