14 March 2026, 12:31

Maria Kolesnikowa nimmt Karlspreis 2022 nach Jahren in Haft entgegen

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift 'Justiz für Belarus' auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa nimmt Karlspreis 2022 nach Jahren in Haft entgegen

Maria Kolesnikowa, eine führende belarussische Oppositionsfigur, hat den Internationalen Karlspreis 2022 endlich persönlich entgegengenommen. Die feierliche Verleihung fand am Samstag im Aachener Krönungssaal statt – Jahre, nachdem sie die Auszeichnung erstmals erhalten hatte, während sie noch in Haft saß. Ihre Freilassung Ende 2025 erfolgte nach intensiven internationalen Vermittlungsbemühungen, an denen sich auch die Vereinigten Staaten beteiligten.

Der seit 1950 jährlich verliehene Karlspreis ehrt Persönlichkeiten, die sich für die europäische Einigung und demokratische Werte einsetzen. Der diesjährige Preisträger, der ehemalige italienische Ministerpräsident und EZB-Chef Mario Draghi, teilte sich bei der Veranstaltung die Bühne mit Kolesnikowa, die ihre längst überfällige Ehrung nun entgegennahm.

Ursprünglich war Kolesnikowa der Preis 2022 für ihren "außergewöhnlichen Mut" im Kampf für freie Wahlen und Menschenrechte in Belarus zuerkannt worden. Damals verbüßte sie eine elfjährige Haftstrafe, die ihr vom Regime von Alexander Lukaschenko auferlegt worden war. Ihre Verurteilung stand im Zusammenhang mit ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen Lukaschenko, einen der engsten Verbündeten Wladimir Putins.

Bei der Samstagsveranstaltung bezeichnete Kolesnikowa die Auszeichnung als "große Ehre" und ein Symbol der Solidarität während ihrer Jahre hinter Gittern. Armin Laschet, Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums, betonte, dass ihre Anwesenheit ein kraftvolles Signal der Unterstützung an Demokratieaktivisten in ganz Europa sende.

Belarus bleibt auch nach Kolesnikowas Freilassung unter der autoritären Herrschaft Lukaschenkos. UN-Experten berichten von anhaltender Repression, darunter Zwangsdeportationen ehemaliger politischer Häftlinge. Gleichzeitig hat Minsk die Bindungen zu Russland durch die eurasische Integration vertieft – trotz internationaler Kritik. Das Regime beharrt darauf, seine Außenpolitik bleibe stabil, während Menschenrechtsverletzungen ungehindert weitergehen.

Die verspätete Annahme des Karlspreises durch Kolesnikowa unterstreicht den anhaltenden Kampf um Demokratie in Belarus. Ihr Fall lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf das Schicksal politischer Gefangener unter Lukaschenkos Herrschaft. Die Feier in Aachen war zugleich eine Würdigung ihres Durchhaltevermögens und eine Mahnung an die weiterhin bestehenden Herausforderungen für die belarussische Opposition.

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