15 March 2026, 08:27

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Eine Gruppe von vier Personen, die auf einem roten Teppich stehen, lächeln und für ein Foto posieren, mit einem "Liberty Justice for All Awards"-Schild im Hintergrund.

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Die bekannte belarussische Oppositionsfigur Maria Kalesnikava ist in Aachen mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung erfolgt nach ihrer Haftentlassung Ende 2025 und würdigt ihren jahrelangen Einsatz gegen das autoritäre Regime in Belarus. Die Verleihung sendet ein starkes Signal der Unterstützung an alle, die in Europa für Demokratie kämpfen.

Kalesnikava war erstmals im September 2020 in Minsk festgenommen worden. Ein Jahr später wurde sie wegen ihrer oppositionellen Aktivitäten zu elf Jahren Haft verurteilt. Ihre Freilassung im Dezember 2025 erfolgte im Rahmen einer größeren Gruppe politischer Gefangener, die aus belarussischer Haft entlassen wurden, und ermöglichte ihr die Übersiedlung nach Deutschland.

Der Karlspreis, eine der renommiertesten Auszeichnungen Europas, war Kalesnikava bereits 2022 gemeinsam mit den Oppositionsführerinnen Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo zuerkannt worden. Das Trio wurde für seinen beharrlichen Widerstand gegen die Diktatur und seinen Einsatz für demokratische Reformen in Belarus geehrt.

Trotz Kalesnikavas Freiheit hat sich die politische Lage in Belarus nicht verändert. Präsident Lukaschenko hat die militärische Zusammenarbeit mit Russland ausgebaut, moderne Raketensysteme erworben und Warnungen an die Ukraine und die NATO gerichtet. Die Spannungen verschärften sich weiter nach einem Drohnenvorfall, der die repressive Haltung des Regimes im Zuge des anhaltenden Ukraine-Kriegs unterstreicht.

Die Auszeichnung für Kalesnikava lenkt den Blick auf den anhaltenden Kampf um Demokratie in Belarus. Zwar lebt sie nun in Deutschland, doch die Opposition im Land sieht sich weiterhin massiven Repressionen ausgesetzt. Die Feierlichkeiten in Aachen betonen die anhaltende Solidarität Europas mit allen, die sich gegen Autoritarismus stellen – während Lukaschenkos Regime seine Macht weiter festigt.

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