Kölner Dom plant umstrittenes Eintrittsgeld für Millionen Besucher
Hans-Günther KlappEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplantes Eintrittsgeld für den Kölner Dom - Kölner Dom plant umstrittenes Eintrittsgeld für Millionen Besucher
Kölner Dom: Eintrittsgeld für Besucher geplant
Der Kölner Dom, eines der bekanntesten katholischen Wahrzeichen der Welt, könnte bald eine Eintrittsgebühr für Besucher erheben. Die für die zweite Jahreshälfte geplante Änderung hat bereits unter Experten und in der Öffentlichkeit eine Debatte ausgelöst. Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hat sich vehement gegen den Vorschlag ausgesprochen.
Jährlich zieht der Dom rund sechs Millionen Besucher an. Als globale Touristenattraktion und religiöses Symbol steht er im Mittelpunkt der Diskussionen über die Finanzierung von Kulturerbe.
In den vergangenen fünf Jahren stießen ähnliche Pläne für Eintrittsgelder an historischen Stätten – wie etwa der Aachener Pfalzkapelle – auf Widerstand. 2023 sammelten Petitionen gegen eine Eintrittsgebühr für den Kölner Dom Zehntausende Unterschriften. Kritiker argumentierten, der kostenlose Zugang müsse erhalten bleiben, während Befürworter auf steigende Instandhaltungskosten verwiesen. Ein Kompromiss ermöglichte später den kostenfreien Zutritt für Gottesdienstbesucher.
Schock-Werner, die einst die Restaurierung des Doms leitete, bezeichnete ihn als ein "missionarisches Angebot der Kirche" und ein prägendes Symbol Kölns. Sie warnte, eine Eintrittsgebühr könnte Besucher abschrecken und den offenen, einladenden Charakter des Bauwerks verändern. Die genaue Höhe der Gebühr steht noch nicht fest.
Das geplante Entgelt soll die Finanzierungsprobleme bei der Erhaltung des Doms lösen. Falls umgesetzt, würde dies einen Wandel im Betrieb einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands bedeuten. Die Reaktionen aus der Öffentlichkeit und von Fachleuten werden voraussichtlich die endgültige Entscheidung in den kommenden Monaten prägen.